Großhammer zwischen Isergebirge und Industriegeschichte
Unterkünfte in Großhammer
Großhammer (Velké Hamry) liegt am südöstlichen Rand des Isergebirges. Der Fluss Kamenice fließt durch den Ort, während der 787 Meter hohe Muchov als natürlicher Aussichtspunkt hergerichtet ist. Von dort reichen die Ausblicke auf das Isergebirge, das Riesengebirge, den Ještěd-Kamm und das Böhmische Paradies. Damit verbindet der Ort Landschaftserlebnisse mit einer ungewöhnlich vielseitigen Geschichte.
Wege, Felsen und Aussichtspunkte
Ein Fußweg führt von Svárov durch Parýz, am Tal des Bachs Ješkrabec entlang, nach Rejdice. Für eine weitere Verbindung können Sie von Velké Hamry nach Tanvald gehen. Der Weg umgeht den starken Straßenverkehr entweder über Popelnice oder durch den Wald oberhalb der Bahnstrecke über Marjánka. Die beiden Richtungen geben Ihnen eine konkrete Orientierung, wenn Sie Natur und benachbarte Orte in Ihre Planung einbeziehen möchten.
Am Muchov prägen markante Felsen das Landschaftsbild. Sie bestehen aus Zweiglimmergranit, der als Tanvald-Granit bezeichnet wird. Eine andere Aussicht bietet die Felsaussicht Terezínka, die vom Kamenice-Tal aus erreichbar ist. Zu ihr führen 55 Stufen; oben öffnen sich Ausblicke auf die Kämme des Isergebirges. Muchov und Terezínka stehen damit für zwei unterschiedliche Aussichtserlebnisse: ein 787 Meter hoher Naturpunkt und eine Felsaussicht.
Kulturdenkmäler und Spuren der Ortsgeschichte
In Velké Hamry II gehört eine Wenzelskapelle aus dem 18. Jahrhundert zu den erhaltenen historischen Denkmälern. Die spätbarocke Nischenkapelle steht an der Abzweigung von der Hauptstraße zum Muchov. In Mezivodí befindet sich außerdem die Pietà, ein künstlerisch und kulturell wertvolles Denkmal volkstümlichen Charakters, das im zentralen Verzeichnis der unbeweglichen Kulturdenkmäler eingetragen ist. Das lebensgroße Pietà-Ensemble steht zwischen Kastanienbäumen gegenüber der Fabrik.
Das Denkmal des Svárov-Streiks erinnert an den Textilarbeiterstreik von 1870. Es wurde 1963 errichtet und ist als Kulturdenkmal geschützt. Auch die frühere Namensgeschichte verweist auf die Arbeitstradition des Ortes: Hamersko, Dolení Hamr und Hoření Hamr leiten sich von Eisenhämmern ab, die dort wahrscheinlich im 13. und 14. Jahrhundert standen.
Die Spinnerei in Mezivodí, früher Liebigovy závody, ist ein weiterer historischer Bezugspunkt. Mit ihrem Bau wurde 1907 begonnen, der Betrieb begann 1908, und das Gebäude bewahrt sein ursprüngliches Erscheinungsbild. Die Geschichte bleibt dabei nicht auf Industriegebäude beschränkt: In der Sankt-Anna-Kapelle finden jährlich Weihnachts- und Ostermessen, am 5. Juli eine Messe zum Gedenken an Jan Hus sowie jährlich ein Weihnachtskonzert eines Kinderchors statt. In der Wenzelskirche werden regelmäßig Messen gefeiert.
Technik entdecken und den Aufenthalt ausrichten
Das Energie-Museum befindet sich im Areal der Tischlerei Miček in Bohdalovice 79, Velké Hamry–Mezivodí. Es zeigt eine Francis-Kesselturbine mit Generator aus dem Jahr 1907, ein Modell einer Biogasanlage sowie verschiedene Turbinen und Generatoren in aufgeschnittenen Darstellungen. Ergänzt wird die Ausstellung durch praktische Vorführungen zur Erzeugung erneuerbarer Energie und Bildungsprogramme für Schulen. So lässt sich ein Aufenthalt in Großhammer zwischen Landschaft, Ortsgeschichte und anschaulicher Technik ausrichten.
Auch das zweigeschossige Eckwohnhaus nahe dem Platz setzt einen architektonischen Akzent. Sein Grundriss ist L-förmig, die Dächer sind als Satteldächer ausgeführt. Auffällig ist der flache, turmartige zweigeschossige Erker auf Volutenkonsolen mit einer Blechzwiebelhaube.
Für die weitere Orientierung im gemeinsamen Umfeld finden Sie hier Josefsthal, Wlastiborsch, Jistebsko, Reichenau, Koberwald, Friedrichswald, Albrechtsdorf und Plaw.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Jablonec Nad Nisou.