Týnec – Wallfahrtskirche, Hody und Radroute
Týnec verbindet religiöse Geschichte, lokale Erinnerung, lebendiges Brauchtum und eine klar beschriebene Radverbindung durch flaches Gelände. Der Ort vereint damit sakrale Geschichte, einen Erinnerungsort am Ortsrand, überlieferte Feste und eine Route zwischen zwei Städten. Wer Kultur und Radfahren verbinden möchte, begegnet hier unterschiedlichen Formen von Ortsgeschichte und Bewegung, die jeweils ihren eigenen Charakter behalten.
Kultur zwischen Wallfahrtskirche und Gedenkeiche
Im Mittelpunkt der Ortsgeschichte steht die Wallfahrtskirche Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers. Sie ist als Kulturdenkmal eingetragen und wurde im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts errichtet. Die Hauptwallfahrt findet am 29. August statt, dem Fest der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers. An der Kirche verbinden sich damit ein Bauwerk mit historischer Entstehungszeit und ein festgelegter religiöser Anlass.
Ein weiterer Erinnerungsort liegt am Ortsrand von Týnec. Neben einer Kapelle steht dort eine Gedenkeiche mit einem Bild der Immerwährenden Hilfe. Die Kapelle unter der Eiche wurde 1891 errichtet. Die Wallfahrtskirche aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts und die Kapelle von 1891 gehören damit zu unterschiedlichen Bauzeiten. Mit dem Bild der Immerwährenden Hilfe auf der Eiche ist außerdem eine Sage verbunden. Dadurch verbindet der Erinnerungsort einen konkreten Platz mit einer überlieferten Erzähltradition.
Hauptwallfahrt und Hody „pod zeleným“
Die traditionellen Hody „pod zeleným“ gelten als wichtigstes gesellschaftliches Ereignis des Dorfes Týnec. Anfang September, nach dem Festtag der Wallfahrt, bilden sie einen eigenen gesellschaftlichen Anlass. Wallfahrt und Hody unterscheiden sich damit sowohl im religiösen Bezug als auch in ihrer Rolle für das Dorf: Hier steht die kirchliche Feier, dort das gesellschaftliche Ereignis im Mittelpunkt.
Zu den Hody nehmen etwa 80 bis 100 kostümierte ledige junge Männer und Frauen teil. Die Hody verbinden dadurch festliche Kleidung mit dem gesellschaftlichen Leben des Dorfes. Die ungefähre Größenordnung der beteiligten Gruppe und die Kostümierung gehören zu den konkreten Merkmalen dieses Brauchtums. So erhält das Dorffest neben seiner zeitlichen Einordnung auch eine sichtbar gemeinschaftliche Form.
Eine Radroute durch flaches Gelände
Neben den kulturellen Themen ist Týnec in einen bestimmten Radverlauf eingebunden. Die 31 Kilometer lange Radroute von Břeclav nach Hodonín führt über Týnec. Sie verläuft durch flaches Gelände und führt gegen die Strömung der Morava. Die 31 Kilometer umfassen die vollständige Verbindung zwischen Břeclav und Hodonín; Týnec ist dabei ein Ort auf der Strecke. Damit sind Ausgangspunkt, Ziel, Landschaft und die Fließrichtung der Morava konkret miteinander verbunden. Der Radbezug ergänzt die Wallfahrtskirche, die Gedenkeiche und die überlieferten Feste um eine eigenständige Strecke.
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