Pavlice

Pavlice verbindet eine markante Dorfkirche, historische Denkmäler und eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Spuren bis in die frühe Jungsteinzeit. Besonders prägt das Kostel sv. Filipa a Jakuba den Ort: Die Kirche steht nordöstlich des Zentrums auf einem Geländerücken und bildet dort eine lokale Blickdominante. Wer eine Unterkunft in Pavlice sucht, findet damit einen Ort, dessen Sehenswürdigkeiten stark von Geschichte, Sakralbau und der Landschaft im südwestmährischen Raum bestimmt werden.

Kirche, Kapelle und historische Bauwerke

Der Kostel sv. Filipa a Jakuba besitzt einen romanisch-gotischen Kern. Der Kirchenkomplex ist von einer Umfassungsmauer umgeben; den Zugang bildet ein barockes Tor, das mit Statuen von Štěpán Pagán geschmückt ist. Kirche, Mauer und Tor bilden dadurch ein klar erkennbares historisches Ensemble, bei dem nicht nur der Sakralbau selbst, sondern auch die Einfassung und die künstlerische Gestaltung des Eingangs zum Ortsbild gehören.

Eine eigene Geschichte hat die Friedhofskapelle sv. Anny. Josef Vojna ließ sie 1887 ursprünglich als Familiengruft errichten. In der Kapelle befindet sich noch der ursprüngliche Altar. Zugleich ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich; bis heute finden dort zweimal jährlich Gottesdienste statt. Für Besucher ist das eine seltene Verbindung aus erhaltenem Innenraum, ursprünglicher Funktion und weiterhin bestehender religiöser Nutzung.

Zu den weiteren eingetragenen unbeweglichen Kulturdenkmälern zählt ein Bildstock an der Straße nach Boskovštejn. Ebenfalls geschützt ist das ehemalige Ausspannwirtshaus im Haus Nr. 1 von Pavlice. Die Bezeichnung erinnert an eine historische Raststation für Reisende und Gespanne, während der Status als ehemaliges Wirtshaus den früheren Charakter des Gebäudes festhält. Das Ensemble der Heiligen Dreifaltigkeit gehört ebenfalls zu den Kulturdenkmälern von Pavlice. Außerdem ist Pavlický dvůr als lokal bedeutendes barockes Hofareal ausgewiesen.

Wiesen an der Straße nach Boskovštejn

Östlich von Pavlice wurden die Pavlické louky im Jahr 2000 als bedeutendes Landschaftselement registriert. Die Wiesen liegen beiderseits der Straße nach Boskovštejn und bestehen aus natürlichen mesophilen bis feuchteren Wiesen. „Mesophil“ bezeichnet dabei Standorte mit mittleren Feuchtigkeitsverhältnissen; zusammen mit den feuchteren Bereichen ergibt sich ein differenziertes Wiesenbild. Die dort vorkommende Grasvegetation gilt als bedeutend und ist für Südwestmähren typisch. Dieser Landschaftsaspekt ergänzt die Bau- und Kulturdenkmäler um einen offenen, ländlich geprägten Teil des Ortes.

Archäologische Spuren und eine berühmte Persönlichkeit

Bei Blažkovský rybník entdeckte F. Vildomec 1930 Hinweise auf eine bedeutende Siedlung der ältesten Bauern. Zu den Funden gehört Keramik der Linearbandkeramikkultur. Die archäologischen Funde werden auf etwa 5.400 v. Chr. datiert, sind ungefähr 7.400 Jahre alt und gehören zur frühen Jungsteinzeit. Damit reicht die belegte Geschichte des Raums weit über die sichtbaren Kirchen und historischen Höfe hinaus.

Auch der Bildhauer Karel Pokorný ist mit Pavlice verbunden, da er hier geboren wurde. Zu seinen Werken zählen unter anderem „Sbratření“ sowie Darstellungen von Božena Němcová und Alois Jirásek. Einen weiteren historischen Bezug bildet die Lage des Ortes während des Dreißigjährigen Krieges: Pavlice lag damals an der Kaiserstraße, der wichtigsten Verbindung zwischen Znojmo und Jihlava. Diese historische Verkehrsverbindung erklärt die Bedeutung des Ortes in einer Zeit, in der Straßenverbindungen für Handel und Reisen eine besondere Rolle spielten.

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