Netrobitz zwischen Šumava und Novohradské hory
Netrobitz verbindet eindrucksvolle Landschaftsräume mit einer ungewöhnlich dichten Verkehrsgeschichte. Südöstlich von Netřebice liegen die Novohradské hory, westlich die Šumava. Damit treffen rund um den Ort zwei markante böhmische Landschaftsbezüge aufeinander. Zugleich führt die Geschichte des Ortes von mittelalterlichen Herrschaftsverhältnissen über eine ehemalige kaiserliche Straße bis zu Eisenbahn- und Pferdebahnprojekten. Wer eine Unterkunft in Netrobitz sucht, kann den Aufenthalt daher nach unterschiedlichen Interessen ausrichten: Naturraum, Ortsgeschichte oder technische Denkmäler.
Landschaft zwischen Novohradské hory und Šumava
Die geografische Lage gibt Netrobitz einen klaren Rahmen. Südöstlich von Netřebice erstrecken sich die Novohradské hory, westlich liegt die Šumava. Beide Namen stehen für unterschiedliche Landschaftsräume im südlichen Tschechien und machen sichtbar, dass der Ort zwischen zwei bedeutenden Naturbezügen liegt. Für Ihre Reiseplanung ist diese Einordnung hilfreicher als eine pauschale Beschreibung der Region: Sie können gezielt recherchieren, ob Sie den Schwerpunkt auf die Landschaft im Südosten, auf die Šumava im Westen oder auf die Geschichte des Ortes legen möchten.
Eine historische Verkehrsachse
Netřebice liegt an einer ehemaligen kaiserlichen Straße, die heute die internationale E55 ist. Diese Verbindung gehört damit nicht nur zur modernen Orientierung, sondern auch zur historischen Entwicklung des Ortes. Im Gebiet von Netřebice verläuft außerdem die nationale Eisenbahnstrecke Nr. 196. Sie verbindet České Budějovice, Horní Dvořiště und Summerau. Straße und Bahn erzählen zwei verschiedene Kapitel derselben Landschaft: Die ehemalige kaiserliche Straße verweist auf ältere Verkehrswege, während die Strecke Nr. 196 die heutige Eisenbahnverbindung mit ihren drei Orten beschreibt.
Netřebice und seine Geschichte
Netřebice wurde erstmals im Jahr 1358 urkundlich erwähnt. Zur historischen Entwicklung gehört außerdem die Verbindung mit der Burg Pořešín. Später gliederten die Rožmberker Netřebice in die Herrschaft Nové Hrady ein. Deren Besitzer waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auch für Netřebice maßgeblich. Diese Abfolge macht aus dem Ort mehr als einen bloßen Ausgangspunkt für die Landschaft: Sie zeigt, wie sich mittelalterliche Erwähnung, Burgbezug und historische Herrschaftsstrukturen über mehrere Jahrhunderte miteinander verbinden.
Ein sichtbares Zeugnis der örtlichen Geschichte ist die Kapelle des heiligen Johannes von Nepomuk. Sie steht neben dem Kindergarten in Netřebice und stammt aus dem Jahr 1825. Ebenfalls zur Erinnerungskultur des Ortes gehört das Gemeinschaftsgrab. Dort ruhen 44 Opfer, überwiegend aus Polen, den Niederlanden, Belgien und Frankreich, sowie die sterblichen Überreste von zwei sowjetischen Kriegsgefangenen. Die beiden Orte stehen für unterschiedliche Formen des Erinnerns: Die Kapelle verweist auf sakrale Baugeschichte, das Gemeinschaftsgrab auf die menschlichen Folgen der Vergangenheit.
Pferdeeisenbahn und Brzdový kámen
Auch die Verkehrsgeschichte lässt sich an konkreten Daten festmachen. Die ersten Bauarbeiten an der Pferdeeisenbahn begannen am 25. Juli 1825 in der Nähe von Netřebice. Der Brzdový kámen aus dem 19. Jahrhundert in der Nähe von Netřebice ist ein technisches Erinnerungsstück an den Fuhrverkehr und zugleich ein Beispiel für Steinmetzhandwerk. Zusammen ergänzen diese beiden Zeugnisse die Geschichte der Straße und der Eisenbahn um die frühere Beförderung von Gütern und Menschen auf der Straße.
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