Ledenice – Wasserflächen, Handwerk und Ortsgeschichte

Ledenice verbindet eine bemerkenswerte Ortsgeschichte mit vielen kleinen Wasserflächen und gut erkennbaren Spuren regionaler Handwerks- und Kulturtraditionen. Wer für den Aufenthalt einen Ort mit unterschiedlichen Entdeckungen sucht, findet hier historische Bauwerke, Teiche im bebauten Gebiet, ein privates Marionettenmuseum und Wege für Radfahrer und Fußgänger.

Teiche, Wege und Wasser im Ortsbild

Mehrere kleine Wasserflächen innerhalb des bebauten Gebiets von Ledenice sind beliebte Ziele für Spaziergänge und Angelaktivitäten; im Winter werden sie außerdem zum Schlittschuhlaufen genutzt. Dazu gehören Bagr, Dolní und Horní Hradský, Dolní und Horní Jáma, Lazna, Parčák und Slavíček. Östlich von Ledenice liegt der Adamovský rybník, der auch Adamec heißt. Er ist mit vermutlich mindestens 8 ha der größte Teich im Gebiet Ledenicko.

Auch die Anreise und die nähere Erkundung lassen sich mit Rad- und Fußwegen verbinden. Der Radweg 1050 wurde neu ausgeschildert und führt heute abseits der Hauptstraße nach Ledenice. Von Ledenice bis zur Kreuzung mit Ohrazeníčko wurde außerdem ein kombinierter Weg für Fußgänger und Radfahrer gebaut. Für einen Aufenthalt mit verschiedenen Interessen bieten diese Wege eine konkrete Ergänzung zu den historischen Zielen im Ort.

Kirche, Platz und Spuren der früheren Herrschaft

Die Kirche St. Laurentius entstand um 1300 an der Stelle einer älteren Kapelle. Der frühgotische Bau besitzt ein rechtwinklig abgeschlossenes Presbyterium, also einen entsprechend gestalteten Altarraum, und wurde 1782 um einen barocken Turm ergänzt. Gemeinsam mit dem Pfarrhaus ist die Kirche als unbewegliches Kulturdenkmal unter der ÚSKP-Nummer 41645/3-219 geführt. Zu diesem Denkmal gehören außerdem ein Tor und eine Umfassungsmauer.

Auf dem Platz von Ledenice steht an der Straße vor dem Schulgebäude ein steinerner Pranger aus dem Jahr 1778. Er ist ein außergewöhnliches Denkmal der Justizgeschichte. Ebenfalls auf dem Platz liegt das Rathaus in einem ehemaligen Betriebsgebäude einer Brauerei, in der seit dem 16. Jahrhundert Bier gebraut wurde. Drei Statuen des heiligen Johannes Nepomuk ergänzen das historische Ortsbild; eine von ihnen stammt aus dem Jahr 1842 und wurde von einem unbekannten Volkskünstler geschaffen.

Die frühere Burgstelle lag unmittelbar oberhalb des Dolní-Hradský-Teichs. Nach dem Untergang der Burg wurde sie mit Wohnhäusern bebaut. Auch der südöstlich des Bachs gelegene Ortsteil Hrad erinnert mit seinem Namen an einen ehemaligen Herrensitz und gehört zu den wenigen erhaltenen Hinweisen auf ihn. Unterhalb der Burg wurde 1376 ein Wildgehege erwähnt, das zu den ältesten adligen Wildgehegen in Böhmen gehörte und zusammen mit der Burg während der Hussitenkriege verschwand.

Marionetten und lebendige Handwerkstraditionen

Das private Fink-Marionettenmuseum besitzt eine ständige Puppenbühne. Auf Anfrage werden dort Aufführungen nach Familientexten gespielt. Der Betreiber repariert bis heute alte Marionetten und stellt neue her. Das Museum kann nach Klingeln oder nach vorherigem Anruf unter 606 925 146 besucht werden. Damit ist der Ort nicht nur eine Sammlung, sondern verbindet die Ausstellung mit einer fortgeführten handwerklichen Tätigkeit.

Eine weitere Facette der Ortsgeschichte zeigt das Ausbildungszentrum für praktische Tischlerlehre. Es knüpft an eine mehr als hundertjährige örtliche Tischlertradition an; eine eigenständige Berufsschule besteht in Ledenice seit 1968. Das virtuelle Museum behandelt die lebendigen Traditionen des Tischlerhandwerks und der Möbelherstellung vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Der ehemalige Pfarrgarten mit einem kleinen Teich wurde 2004 zu einer parkähnlich gestalteten Erholungsanlage umgestaltet.

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