Tuklaty – Glockenturm, Pfarrhaus und Výmola

Tuklaty verbindet eine vielschichtige Ortsgeschichte mit der Landschaft am Südrand der Polabská nížina. Wer historische Bauwerke und einen Spaziergang in der Natur miteinander verbinden möchte, findet hier mehrere eigenständige Anknüpfungspunkte: den Glockenturm, das Pfarrhaus, die Kirche Narození sv. Jana Křtitele, das Schulmuseum und die Mäander der Výmola.

Ein Glockenturm mit ungewöhnlicher Geschichte

Der Glockenturm in Tuklaty war ursprünglich eine im 14. Jahrhundert errichtete Wehrburg und wurde im 17. Jahrhundert barock umgebaut. Seine Geschichte reicht jedoch über die Bauform hinaus. Im Jahr 1819 diente der Turm der ersten historischen Vermessung tschechischer Gemeinden und Städte durch den Mathematiker, Physiker und Astronomen František Ignác Kasián Halaška. Dabei kam ein maritimer Sextant zum Einsatz.

Auch die Glocken selbst verweisen auf unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte. Eine Glocke wurde 1506 vom Glockengießer Bartoloměj aus Prag gegossen. Eine zweite Glocke entstand 1624 beim Glockengießer Jakub Mělnický in Mladá Boleslav. Für Sie wird der Glockenturm dadurch nicht nur zu einem historischen Bauwerk, sondern zu einem Ort, an dem sich Architektur, Technikgeschichte und lokale Überlieferung überschneiden.

Pfarrhaus, Kirche und Schulmuseum

Das Pfarrhaus in Tuklaty wurde 1729 vom Priester Václav Pečený erbaut. Die Baukosten finanzierte Herzogin Marie Terezie Savojská aus dem Haus Liechtenstein. Auffällig ist der zentrale Gebäudeteil mit Flügeln in Form eines Andreaskreuzes. Das Pfarrhaus wird schrittweise zu einem Gemeinschaftszentrum mit zwei Sälen und mehreren weiteren kleineren Räumen für Vereins- und gesellschaftliche Zwecke umgebaut.

Die heutige Kirche Narození sv. Jana Křtitele ist ein barocker Bau. Sie wurde nach 1688 an der Stelle einer Kirche errichtet, die bereits seit dem 14. Jahrhundert belegt ist, und nach 1989 umfassend rekonstruiert. Das Schulmuseum befindet sich im ehemaligen Pfarrhaus. Es zeigt Exponate aus der örtlichen Schule sowie von Einwohnern. Eine Zeitleiste beginnt 1730; Fotografien von Schulchroniken ergänzen sie. Diese Chroniken werden seit 1855 in Tuklaty geführt. Insgesamt dokumentiert das Schulmuseum nahezu drei Jahrhunderte lokaler Bildungsgeschichte.

Für den Zugang zum Schulmuseum war der Besuch während der Amtsstunden des Gemeindeamts oder nach vorheriger Vereinbarung mit dem Gemeindeamt Tuklaty vorgesehen. Diese Regelung sollten Sie bei Ihrer eigenen Planung berücksichtigen.

Landschaft an der Výmola und Orientierung für die Anreise

Tuklaty liegt am Südrand der Polabská nížina am Tuklatský potok. Hinter Tlustovousy mündet dieser in die Výmola. Entlang der Mäander der Výmola ist im Frühjahr ein malerischer Spaziergang möglich. Damit ergänzt die Landschaft die kulturhistorischen Besichtigungsmöglichkeiten um ein saisonales Erlebnis im Freien.

Für die Anreiseorientierung ist außerdem die Lage an der Eisenbahnstrecke Praha–Kolín relevant. Wenn Sie für Ihren Aufenthalt in Tuklaty Kulturgeschichte und einen Spaziergang im Frühjahr verbinden möchten, bilden Glockenturm, Pfarrhaus, Schulmuseum und Výmola die markanten Themen des Ortes. Die Auswahl eines Hotels lässt sich damit an einem klaren Schwerpunkt ausrichten: an der Entdeckung der lokalen Geschichte und an der Landschaft am Wasser.

Weitere Orte für Ihre Recherche

Weitere Orte, die Sie in Ihre Recherche einbeziehen können: Třebovle, Ždánice, Radovesnice I, Choťovice, Veletov, Pňov-Předhradí, Kořenice, Svojšice.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Kolín.

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