Panenské Břežany: Geschichte und Kultur entdecken

Panenské Břežany ist ein Ziel für Reisende, die Kulturgeschichte nicht nur über repräsentative Architektur, sondern auch über konkrete Erinnerungsorte und eine ungewöhnliche Ausstellung kennenlernen möchten. Im Oberen Schloss befindet sich im ersten Stock die moderne multimediale Ausstellung „Zločin a trest“. Sie umfasst auch eine Replik der Pankrác-Gilotine und gibt dem Aufenthalt einen eindringlichen historischen Schwerpunkt. Die Verbindung von multimedialer Vermittlung und dem konkreten historischen Objekt eröffnet dabei zwei unterschiedliche Zugänge: Die Ausstellung ordnet Themen ein, während die Replik einen unmittelbar anschaulichen Bezug schafft.

Schlösser und Erinnerungskultur

Das Obere Schloss wurde um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert als Wirtschafts- und Verwaltungszentrum errichtet. Während der nationalsozialistischen Besatzung wurde es zum Sitz des Staatssekretärs Karl Hermann Frank. Das Untere Schloss besitzt im regionalen Vergleich in Mittelböhmen und im Umfeld von Prag eine hohe architektonische, künstlerische und städtebauliche Bedeutung und gilt dort als einzigartiges Bauwerk. Während der nationalsozialistischen Besatzung beherbergte es zunächst den Reichsprotektor Konstantin von Neurath und später den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich mit seiner Familie.

Das Denkmal der nationalen Unterdrückung und des Widerstands in Panenské Břežany erinnert an die nationalsozialistische Besatzung der böhmischen Länder. Seine aktuelle interaktive Ausstellung trägt den Titel „Zločin a trest“ („Verbrechen und Strafe“). Der Schlosspark ist Teil dieses Denkmals. Für Ihre Planung wichtig: Das Untere Schloss und der angrenzende Park sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. So lässt sich der Ort mit realistischen Erwartungen an die zugänglichen und nicht zugänglichen Bereiche erkunden.

Kapelle St. Anna und besondere Kulturtermine

Einen weiteren architektonischen Akzent setzt die Kapelle St. Anna. Sie wurde 1705–1707 nach Plänen von Jan Blažej Santini-Aichel errichtet, gehört zu seinen frühesten Werken und gilt als Prototyp seines strahlenförmigen Stils. Die Kapelle St. Anna wird ganzjährig als Veranstaltungsort für Hochzeiten angeboten. Damit steht neben der Erinnerungskultur auch ein repräsentativer historischer Rahmen für besondere Anlässe im Mittelpunkt. Die Datierung und die frühe Stellung im Werk des Architekten geben dem Bauwerk einen klaren kunsthistorischen Bezug. Zugleich ergänzt die ganzjährige Nutzung als Hochzeitsort die historische Besichtigung um eine aktuelle Veranstaltungsfunktion.

Praktische Orientierung vor Ort

Das Schloss mit der PNÚO-Ausstellung und die Kapelle St. Anna sind barrierefrei. Außerdem stehen barrierefreie Toiletten und ein geräumiger moderner Aufzug zur Verfügung. Vor dem Schloss gibt es kostenlose Parkplätze. Busse müssen auf dem städtischen Parkplatz in der Akátová-Straße parken. Wenn Sie sich intensiver mit den Beständen beschäftigen möchten, kann die Bibliothek des PNUO nach vorheriger Reservierung der gewünschten Bestände vor Ort genutzt werden. Wer nicht nur die Ausstellung besuchen, sondern mit reservierten Beständen arbeiten möchte, findet in der Bibliothek einen eigenen Zugang zum PNUO. Das forschend-pädagogische Programm richtet sich an Gymnasiasten, Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen sowie ältere Schülerinnen und Schüler der Grundschule und bezieht damit verschiedene Schulstufen ausdrücklich ein.

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