Kamenný Malíkov entdecken
Kamenný Malíkov verbindet ein markantes Tal mit einer ungewöhnlich vielseitigen Ortsgeschichte. Wenn Sie für Ihre Reise Natur, kleine Kulturdenkmäler und lokale Traditionen miteinander verbinden möchten, finden Sie hier konkrete Anknüpfungspunkte: die Žirovnice im Tal Malíkovské skály, historische Bauwerke, eine geologische Lokalität und Erinnerungen an das Laienspiel sowie die Perlmuttverarbeitung.
Das Tal Malíkovské skály und seine geologischen Spuren
Kamenný Malíkov wird wegen des Tals Malíkovské skály besucht. Durch das Tal fließt die Žirovnice, und zu seinem charakteristischen Bestand gehört die Čertova skluzavka. Damit bietet der Ort einen Landschaftsschwerpunkt, der sich klar von den historischen Details im Ortskern unterscheidet.
Eine eigene Entdeckung ist die geologische Lokalität „Výchozy na jižním okraji obce Kamenný Malíkov“. Sie liegt als natürlicher Aufschluss am linken Ufer der Žirovnice. Von einer Straße am südlichen Ortsrand aus ist sie zugänglich. Ein begehbarer Wanderweg führt von der Straße zum Aufschluss; der Weg ist länger als 250 Meter. Diese genaue Wegangabe hilft Ihnen, den Besuch als eigenen kurzen Landschaftsabstecher einzuplanen, ohne die Strecke mit einer Entfernung zum Ort gleichzusetzen.
Kapelle, Brücke und Ortsgeschichte
Die Gründung von Kamenný Malíkov wird irgendwann ins 14. Jahrhundert datiert. Die frühesten schriftlichen Nachrichten stammen aus dem Jahr 1512; damals hieß die Siedlung Český Malíkov. Ein historischer Bezugspunkt ist außerdem die Kapelle St. Anna: Die kleine verputzte, gemauerte Kapelle steht auf quadratischem Grundriss und besitzt ein Zeltdach mit polygonalem Dachreiter. Sie stammt aus der Zeit um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.
Die steinerne Straßenbrücke überspannt den Počátecký potok. Es handelt sich um eine massive, rechtwinklig zum Gewässer stehende Einbogenbrücke mit oben liegender Fahrbahn, Mauern und Flügelmauern. Die rechtwinklige Stellung zum Gewässer benennt ihre Ausrichtung, während Bogen, Fahrbahn, Mauern und Flügelmauern die Bauform beschreiben. Die Brücke stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf ihrer Ostseite steht auf einem Sockel eine gusseiserne Statue des heiligen Johannes Nepomuk.
An diesen Beispielen lässt sich die zeitliche Staffelung des Ortes ablesen. Die Gründung wird in das 14. Jahrhundert datiert, die erste schriftliche Überlieferung folgt 1512. Die Kapelle gehört in die Zeit um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, die Straßenbrücke in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese Abfolge verbindet Ortsanfang, Schriftzeugnis, Sakralbau und Verkehrsbauwerk. Zusammen mit der Vereinsgeschichte reicht der zeitliche Bogen über eine einzelne Epoche hinaus.
Laienspiel und Perlmuttverarbeitung
Auch die Kulturgeschichte des Ortes reicht über einzelne Bauwerke hinaus. Der Laienspielverein von Kamenný Malíkov bestand bereits 1924 und hatte 1932 25 Mitglieder. Nach 1990 knüpfte Kamenný Malíkov an die Tradition des Laienspiels an; im Winter führte der Verein bis zu vier Theaterstücke auf. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Kamenný Malíkov außerdem Perlmuttverarbeiter, die sogenannten čamrdáři. Der Begriff bezeichnet die örtliche handwerkliche Tätigkeit und ergänzt das Bild eines Ortes, dessen Geschichte auch durch Vereine und Arbeit geprägt wurde.
Route und passende Ortswahl
Die bestehende Route „Do rodiště Tomáše Štítného“ führt über Česká Olešná, Kamenný Malíkov und Zdešov. Weitere Ziele für die Reiseplanung sind Příbraz, Blato, Kačlehy, Staré Hobzí, Suchdol Nad Luznicí, Záblatí U Ponědraže, Plavsko und Jindřichův Hradec 1.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Jindřichův Hradec.
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