Kněždub – Kultur und Landschaft am Šumárník
Kněždub liegt in einer von Obstgärten, Feldern und Weinbergen geprägten Landschaft am Fuß des Šumárník. Der Ort verbindet diese ländliche Umgebung mit einer ungewöhnlich dichten Kulturgeschichte: Kirchenraum, Friedhof, Künstlerhäuser und traditionelle Veranstaltungen geben einem Aufenthalt mehrere unterschiedliche Blickwinkel. Wenn Sie für Ihre Reise nicht nur eine Unterkunft, sondern auch einen charaktervollen Ort suchen, bietet Kněždub konkrete Anknüpfungspunkte zwischen Landschaft, Kunst und Alltagsgeschichte.
Kunst und Geschichte im Ort
Ein markanter Ausgangspunkt ist die Kirche St. Johannes des Täufers. Sie stammt aus dem Jahr 1898 und wurde im pseudoromanischen Stil erbaut, der sich an romanischen Bauformen orientiert. Im Inneren erwartet Sie keine rein historische Gestaltung: Der akademische Maler Vojmír Vokolek hat den Raum in einem ungewöhnlich modernen Stil ausgemalt. So stehen an diesem Ort Baugeschichte und eine eigenständige künstlerische Interpretation unmittelbar nebeneinander.
Auch der örtliche Friedhof „Slovácký slavín“ gehört zur kulturellen Identität von Kněždub. Dort sind die Maler Joža Úprka und Antoš Frolka sowie der Bildhauer Franta Úprka beigesetzt. Für die Beschäftigung mit der regionalen Kunstgeschichte ist außerdem das Geburtshaus der Brüder Úprka wichtig. Es ist ein staatlich geschütztes Kulturdenkmal und beherbergt eine ständige Ausstellung ihrer Werke. Zusätzlich zeigt es die damalige Einrichtung und Ausstattung der Innenräume, in denen die Brüder lebten und arbeiteten.
Das restaurierte Geburtshaus der Brüder Jože und Franta Úprka wurde am 9. Juli 2005 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Das Gebäude ist ein typisches Beispiel für ein aus Lehm errichtetes Haus seiner Zeit und gehört zu den wenigen erhaltenen typischen Vertretern dieser Bauweise. Damit lässt sich der Besuch nicht nur über die ausgestellten Werke, sondern auch über das Gebäude selbst erschließen: Material, Raumaufteilung und überlieferte Einrichtung gehören hier zur Geschichte der Künstlerfamilie.
Landschaft und geschützte Natur
Zum Gemeindegebiet gehört das Schutzgebiet Čertoryje, das sich über die Katastergebiete Hrubá Vrbka, Kněždub und Tvarožná Lhota erstreckt. Im Gebiet kommen der Frauenschuh (Cypripedium calceolus), die Sichelblättrige Flockenblume (Serratula lycopifolia) und die Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris) vor. Die dokumentierten Fundangaben unterscheiden sich deutlich: Der Frauenschuh zählt zu drei Fundorten in den Weißen Karpaten und ist dort an zwei Mikrolokalitäten mit zwei Horsten vertreten. Serratula lycopifolia zählt zu vier Fundorten in den Weißen Karpaten und bildet ausgedehnte Bestände im Gebiet der Vojšické louky sowie zwei wenige Quadratmeter große Mikrolokalitäten unterhalb des Gipfels Čertoryje. Gladiolus palustris hat in den Weißen Karpaten seinen einzigen Fundort und umfasst wenige Exemplare an einer einzigen Mikrolokalität.
Tradition und Entdeckungen mit Kindern
Die Gemeinde führt die kostümierten Kirmesfeiern „krojované hody s právem“ im Oktober als traditionelle Veranstaltung an. Für Kinder bietet das Selský domek eine besonders anschauliche Begegnung mit Tieren: Dort können sie Kamerunziegen und andere Hausziegen, ein Hängebauchschwein sowie Kaninchen und Hühner streicheln und füttern. Damit ergänzt ein unmittelbares Erlebnis den kulturellen und landschaftlichen Charakter des Ortes.
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