Lhota
Lhota ist ein Dorf, in dem sich Dorfgeschichte und eine ungewöhnliche Teich- und Moorlandschaft verbinden. Der dreieckige Dorfplatz gibt dem Ort eine klare historische Mitte. Zugleich führen die Spuren der Umgebung weit zurück: Die ältesten schriftlichen Zeugnisse zu Lhota stammen aus dem 14. Jahrhundert, während die Landschaft auch von späteren Veränderungen durch Teiche und Gutshöfe erzählt.
Dorfplatz, Höfe und verschwundene Siedlungen
Zu den charakteristischen baulichen Details gehören Gehöfte des volkstümlichen Bautyps der Blata. Besonders auffällig ist das Gehöft Nr. 11 in Lhota u Dynína mit seiner Fassade und dem kräftigen Bogenfries. Auch kleine Wegzeichen gehören zum Ortsbild: An der Straße zum Lhotský Dvůr steht ein Wegkreuz aus dem Jahr 1905, an der Straße nach Chudobinec ein weiteres Wegkreuz.
Die Geschichte der Umgebung ist nicht nur an erhaltenen Gebäuden abzulesen. Das frühere Dorf Německá Lhota wurde überflutet, als der Záblatský rybník in den Jahren 1580–1582 vergrößert wurde. Beim Lhotský Dvůr kam es ebenfalls zu mehreren historischen Veränderungen: Ein Schafstall war dort 1613 unter den Švamberks angebaut worden. Der gesamte Meierhof wurde während des Dreißigjährigen Krieges zerstört und 1693 von den Schwarzenbergs aus Stein wiederaufgebaut.
Moore, Teiche und geschützte Lebensräume
Wer in Lhota Naturerlebnisse mit genauer Landschaftsbeobachtung verbinden möchte, findet mehrere klar unterschiedene Schutzgebiete. Das Schutzgebiet Hliníř bewahrt ein wertvolles Übergangsmoor-Ökosystem. Dort kommen geschützte und gefährdete Pflanzenarten sowie an diesen Lebensraum gebundene Tiere vor, insbesondere Wirbellose. Hliníř gehört zum Gebiet Hliníř–Ponědrážka. Wichtig für die Besuchsplanung ist die eindeutige Einschränkung: Das Schutzgebiet Hliníř ist nicht öffentlich zugänglich.
Davon zu unterscheiden ist das Naturdenkmal Lhota u Dynína. Es umfasst 7,25 ha und schützt vernässte Torfwiesen mit seltenen und geschützten Gehölzarten. Zum Naturdenkmal gehören außerdem das überwiegend von vernässten Wiesen geprägte Gelände und das angrenzende Südostufer des Teichs Bošilec. Dieser liegt etwa 500 m von Lhota u Dynína entfernt. Ein ganzjährig öffentlich zugänglicher Feldweg ermöglicht den Zugang zum Naturdenkmal Lhota u Dynína.
Auch für die Tierbeobachtung bietet das Gebiet einen konkreten Schwerpunkt: An den Randbereichen des Teichs im Naturdenkmal Lhota u Dynína brüten Schwarzhalstaucher, Graugänse und Schnatterenten. So unterscheiden sich die Naturthemen deutlich voneinander – vom nicht öffentlich zugänglichen Übergangsmoor Hliníř bis zu den zugänglichen, vernässten Wiesen und Teichrändern des Naturdenkmals.
Radroute und Entdeckungen rund um Lhota
Für eine längere aktive Erkundung führt die 66 km lange Radroute „Rožmberská vodní díla – Zelená severní cyklotrasa“ über Záblatí, Lhota und Bošilec. Die Route verbindet damit mehrere Wasser- und Landschaftsbezüge im Ortsumfeld, ohne dass Lhota selbst nur auf ein einzelnes Naturthema festgelegt ist. Zusammen mit dem Dorfplatz, den Blata-Gehöften, den Wegkreuzen und den historischen Spuren des Lhotský Dvůr entsteht ein Reiseziel, das Kulturgeschichte und Landschaft in unterschiedlichen Maßstäben erfahrbar macht.
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