Chmelík
Chmelík verbindet eine klar erkennbare Dorfstruktur mit kirchengeschichtlichen Besonderheiten und mehreren geschützten Naturdenkmälern. Für Sie entsteht damit ein Reiseziel, dessen Charakter sich aus verschiedenen Ebenen zusammensetzt: aus der spätbarocken Kirche St. Johannes Nepomuk, aus historischen Holzhäusern, aus der Siedlungsform eines Längsreihendorfs und aus Landschaftsräumen rund um den Vysoký les.
Kirche, Pilgermesse und eine seltene Statue
Die spätbarocke Kirche St. Johannes Nepomuk in Chmelík wurde 1780–1782 errichtet und 1790 geweiht. Beide Daten beschreiben unterschiedliche Abschnitte ihrer Entstehung: Auf die Bauzeit folgte die Weihe acht Jahre später. Einmal jährlich findet in der Kirche nach vorheriger Ankündigung um 9:30 Uhr eine Pilgermesse statt.
Mit dem Ort verbunden ist außerdem eine Kopie der Statue des Schmerzensmanns, auf Tschechisch „Bolestný Kristus“ beziehungsweise „Socha Bolestného Krista“. Diese Kopie wurde 1973 vom akademischen Bildhauer František Janda angefertigt. Von der Statue des Schmerzensmanns gibt es in Tschechien nur drei Exemplare. Damit bietet Chmelík neben der Kirchenbaugeschichte auch einen konkreten Bezug zur religiösen Bildhauerkunst.
Ein Dorf mit eigener Siedlungsform
Chmelík ist ein Dorf des Typs Längsreihendorf mit unregelmäßiger Bebauung. Die Felder erstreckten sich ursprünglich auf beiden Seiten des Tals und endeten gewöhnlich an einem Bach, einem Weg oder einem Geländeeinschnitt. Diese Beschreibung macht die historische Ortsstruktur verständlicher, ohne Chmelík auf einzelne Gebäude zu reduzieren.
Mehrere noch heute in Chmelík stehende hölzerne Blockhäuser haben ihren Ursprung in sogenannten fränkischen Hofanlagen. Diese gelangten durch die Kolonisation im 13. und 14. Jahrhundert in die böhmischen Länder. Wer sich für ländliche Architektur und die Entwicklung von Dörfern interessiert, findet hier daher nicht nur eine allgemeine historische Einordnung, sondern auch einen Bezug zu erhaltenen Bauformen.
Naturdenkmäler rund um den Vysoký les
Das Naturdenkmal Sněženky ve Vysokém lese wurde am 15. Juni 1994 erstmals ausgewiesen. Es schützt vernässte Ökosysteme mit einem reichen Vorkommen an Schneeglöckchen. Die Bezeichnung verweist damit auf einen geschützten Naturraum und auf die dort beschriebene Pflanzenwelt.
Ein weiterer Naturraum ist das Naturdenkmal V bukách. Dort wird ein naturnaher Buchenwald mit üppigem Unterwuchs geschützt. V bukách ist eines von zwei Naturdenkmälern im Katastergebiet von Chmelík. Für die Orientierung ist außerdem das Naturdenkmal Sněženkové údolí relevant: Es liegt im Waldkomplex Vysoký les, etwa 2,5 km südwestlich von Chmelík und 1,2 km südöstlich der Siedlung Vysoký Les. Diese Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Ausgangspunkte und sollten deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
Historischer Wegbezug
Die Trstenická stezka verlief durch Chmelík. Dieser historische Wegbezug ergänzt die Ortsgeschichte um eine über den einzelnen Dorfkern hinausreichende Verbindung. Zusammen mit der Kirche, den Blockhäusern und den Naturdenkmälern ergibt sich ein vielseitiges Bild für die weitere Reiseplanung in Tschechien.
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