Pchery – Kirchen- und Bergbaugeschichte in ländlicher Landschaft
Pchery verbindet eine ländliche Landschaft mit eindrucksvollen Spuren von Kirche, Festungsbau und Bergbau. Wer einen Ort mit historischer Tiefe und unterschiedlichen Entdeckungsthemen sucht, findet hier eine ungewöhnliche Verbindung: Die Geschichte reicht archäologisch von der Jungsteinzeit bis in die historische Zeit, während das Ortsbild zugleich von barocker Sakralarchitektur und der industriellen Vergangenheit des Kohlebergbaus geprägt ist.
Kirche, Glockenturm und historische Bauwerke
Im Mittelpunkt der örtlichen Baugeschichte steht die Pfarrkirche St. Stephan, die in Pchery seit 1354 erwähnt wird. Sie wurde zu einer dreischiffigen Kirche erweitert und 1709 barock umgestaltet. Ihr Standort am Nordhang oberhalb von Pchery macht die Lage ebenso charakteristisch wie ihre Bauform: Die gemauerte Kirche besitzt ein fünfseitiges Presbyterium und eine rechteckige Sakristei. Damit lässt sich an einem einzelnen Bauwerk die Entwicklung von mittelalterlicher Überlieferung zu barocker Gestaltung nachvollziehen.
Ein weiteres historisches Element von Pchery ist der Glockenturm. Er zeigt eine barocke Gestalt aus dem frühen 18. Jahrhundert und wurde 1932 restauriert. Der Turm steht an prominenter Stelle am Hang und bildet ein markantes ästhetisches Element der Gemeinde. So treten in Pchery verschiedene historische Blickwinkel hervor, ohne dass der Ort auf ein einzelnes Denkmal reduziert werden muss.
Zu den weiteren historischen Bauwerken gehört das Festungstorso in Pchery. Erhalten ist ein fragmentarisches zweigeschossiges Steingebäude mit spätgotisch gearbeiteten Tür- und Fenstergewänden. Auch die Gebäude der Bauernhofanlage Nr. 7 gehören zur baulichen Überlieferung des Ortes. Sie stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert und sind um einen rechteckigen Innenhof angeordnet. Die spätgotischen Tür- und Fenstergewände unterscheiden das Festungstorso zudem klar von der Bauernhofanlage aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Zwischen ländlicher Landschaft und Bergbaugeschichte
Pchery liegt in einer historisch lange besiedelten ländlichen Landschaft. Intensive Landwirtschaft und industrielle Aktivitäten, insbesondere der Kohlebergbau, haben diesen Raum geprägt. Archäologische Funde weisen auf eine kontinuierliche Besiedlung des Katastralgebiets von Pchery von der Jungsteinzeit bis in die historische Zeit hin. Die Ortsgeschichte erhält dadurch eine ungewöhnlich lange zeitliche Tiefe, die sich mit den späteren Spuren der Industrie verbindet.
Das Steinkohlebergwerk Theodor wurde zwischen 1897 und 1902 errichtet und bis 1935 betrieben. Zum industriellen Erbe gehört außerdem das ehemalige Kraftwerk Theodor, ein architektonisch qualitätsvoller Industriebau aus dem Jahr 1899. Wer sich für den Wandel ländlicher Räume interessiert, kann in Pchery daher kirchliche, landwirtschaftliche und industrielle Geschichte als verschiedene Ebenen desselben Ortes einordnen.
Straßen- und Busverbindungen
Pchery ist ausschließlich über Straßen erreichbar; die Straßenanbindung über die nahe D7 (I/7) gilt als gut. Busverbindungen führen von Prag und Kladno über Pchery überwiegend weiter in Richtung Slaný.
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