Nové Hrady

Nové Hrady lässt sich über mehrere klar unterschiedliche Facetten entdecken: Wehrarchitektur, Familiengeschichte, Sakralraum, Parklandschaft und traditionelles Handwerk. Dadurch entsteht ein Reiseziel, an dem sich historische Besichtigungen mit Natur- und Kulturthemen verbinden lassen, ohne dass ein einzelner Höhepunkt den Charakter des Ortes bestimmt.

Burg Nové Hrady und das Erbe der Buquoy

Die Burg Nové Hrady ist als Durchgangsburg angelegt. Zwei einander gegenüberliegende Tore und ein tiefer Graben prägen ihre wehrhafte Struktur. Gegründet wurde sie von den Vítkovci in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Wer sich für mittelalterliche Burgen interessiert, findet hier somit nicht nur einen historischen Namen, sondern eine nachvollziehbare architektonische Besonderheit: Die Anlage war auf einen Durchgang zwischen zwei Toren ausgerichtet.

Nach der Rekonstruktion können in der Burg die buquoyschen Innenräume mit zahlreichen Familienporträts und Erinnerungsstücken an den militärischen Ruhm der Familie besichtigt werden. Einen anderen Blick auf die Vergangenheit vermittelt die Wohnung des herrschaftlichen Beamten. Sie zeigt bürgerliches Wohnen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. So stehen innerhalb der Burg zwei unterschiedliche Lebenswelten nebeneinander: die repräsentative Familiengeschichte und der Alltag eines Beamtenhaushalts.

Buquoyská hrobka und Kirche St. Peter und Paul

Die Buquoyská hrobka besteht aus einer Krypta im Erdgeschoss und einer Kapelle im Obergeschoss. In ihr befinden sich weiterhin acht Särge mit den sterblichen Überresten von Angehörigen der Familie Buquoy, darunter drei Ehepaare, sowie von Verwandten aus dem Geschlecht Cappy. Die Hrobka ist zu den dafür festgelegten Besuchszeiten für die Öffentlichkeit geöffnet. Damit ergänzt sie die Burg um einen Ort, an dem nicht die Architektur der Verteidigung, sondern die Erinnerung an eine Adelsfamilie im Mittelpunkt steht.

Die Kirche St. Peter und Paul bewahrt eine frühbarocke Ausstattung aus dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts. Im Presbyterium befindet sich außerdem ein spätgotisches Netzgewölbe, das als das vollkommenste in Südböhmen gilt. Die Kirche ist während regelmäßiger Gottesdienste öffentlich zugänglich. Führungen durch die Kirche und das Kloster sind nur in der sommerlichen Tourismussaison oder nach vorheriger Vereinbarung möglich. Für Ihre Planung ist dieser Unterschied wichtig: Ein öffentlicher Zugang während des Gottesdienstes und eine Führung folgen hier nicht denselben Bedingungen.

Parklandschaft und historische Handwerkskultur

Terčino údolí ist ein nationales Naturdenkmal mit einer Fläche von 139,29 ha. Seine Parklandschaft wurde ab 1765 gestaltet. Der Ort bringt damit eine landschaftliche Dimension in die Reise ein, die sich deutlich von Burg, Krypta und Kirche unterscheidet. Wer neben historischen Innenräumen auch eine gestaltete Parklandschaft erleben möchte, findet hier einen eigenständigen Schwerpunkt.

Eine weitere Besonderheit ist die Novohradská kovárna. Sie gilt als wertvolles Beispiel eines 1719 von Ferdinand Grössinger gegründeten Schmiedebetriebs. Seit 2003 organisiert die Gesellschaft Rožmberk dort verschiedene Veranstaltungen, Kurse und Aktivitäten. Dazu gehören traditionelle Oster-Treffen, Bramborování na kovárně Ende Oktober und Čertovské kování Anfang Dezember. Diese Termine zeigen, dass die Schmiede nicht nur als historisches Beispiel interessant ist, sondern auch mit überlieferten und veranstaltungsbezogenen Themen verbunden bleibt.

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