Libenice – Archäologie, Festung und historische Bauwerke
Libenice: Archäologie und Ortsgeschichte
Libenice verbindet archäologische Spuren, religiöse Baugeschichte und markante Punkte am Ortsrand. Für Sie entsteht dadurch ein Ort, dessen Geschichte nicht nur an einem einzelnen Gebäude sichtbar wird: Der archäologische Fundplatz, das Toleranzbethaus, die Festung und die Marienkapelle stehen für unterschiedliche Zeiträume und Ortslagen. Auch der Dorfplatz und ein geschützter Baum gehören zu den prägenden Motiven des Ortes.
Archäologische Spuren am nordöstlichen Ortsrand
Der archäologische Komplex in Libenice enthält Befunde aus einem Zeitraum von der Jungsteinzeit bis zur Völkerwanderungszeit. Der archäologische Fundplatz liegt am nordöstlichen Ortsrand nahe der Abzweigung von der Straße Kolín–Čáslav. Zu ihm gehört eine 80 mal 20 Meter große Fläche, die von einem 2 Meter breiten und 1 Meter tiefen Graben sowie einem niedrigeren inneren Erdwall umgeben ist. Die Maße der Anlage und ihre Einfassung aus Graben und Erdwall geben dem Fundplatz eine klar erkennbare räumliche Struktur. Entdeckt wurde dort das Grab einer etwa 50 Jahre alten Frau mit reichen Grabbeigaben aus Bronze, Silber, Glas und Bernstein.
Zum geschützten Ensemble des Toleranzbethauses gehören das Toleranzbethaus, das Pfarrhaus Nr. 34, eine Umfassungsmauer und die zugehörigen Grundstücke. Das Toleranzbethaus ist eines der letzten erhaltenen Baudenkmäler seiner Art in Tschechien und bewahrt historisches Mobiliar. Hinter dem Toleranzbethaus, am nordwestlichen Ortsrand, liegt der evangelische Friedhof; er wurde 1827 angelegt.
Festung, Schule und Kapelle
Die Festung von Libenice wurde erstmals 1437 erwähnt. Die ursprünglich wahrscheinlich kleine gotische Festung wurde ab 1574 von Jan Libenický z Vrchovišť umgebaut und erweitert. Dabei entstand ein Renaissancegebäude, das seine Befestigung behielt. Die erhaltene Festung ist in das Haus Nr. 1 integriert und nicht öffentlich zugänglich.
Auch die ehemalige evangelische Schule erzählt Ortsgeschichte: Sie nahm 1863 den Unterricht auf und wurde bis 1965 als Schule genutzt. Heute wird sie privat zu Wohnzwecken genutzt und ist nicht für Besucher zugänglich. Für Ihre Orientierung ist damit klar zwischen historischer Bedeutung und tatsächlicher Zugangsmöglichkeit zu unterscheiden.
Am südlichen Ortsrand von Libenice an der Straße nach Grunta steht die Marienkapelle. Sie ist vermutlich eine Nischenkapelle aus dem späten 18. Jahrhundert und enthält ein gemaltes Bild der Himmelfahrt Mariens. Auf dem Dorfplatz steht eine Kopie einer steinernen Stele beziehungsweise eines Menhirs. Als landschaftlich prägender Baum ist außerdem die Libenický-Eiche geschützt – wegen ihres Alters, ihrer biologischen Bedeutung und ihres ästhetischen Werts.
Für Ihre Orientierung liegen markante Punkte an verschiedenen Seiten des Ortes: der Fundplatz im Nordosten, die Marienkapelle im Süden und der evangelische Friedhof im Nordwesten. Für die weitere Reiseplanung können Sie auch Hradešín, Vrbčany, Drahobudice, Grunta, Svojšice, Krychnov, Český Brod und Plaňany einbeziehen.
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