Okres Ostrava-Město: Industriekultur, Natur und Museen

Im Okres Ostrava-Město treffen eindrucksvolle Zeugnisse der Industriegeschichte auf Flusslandschaften, Naturreservate und ein vielseitiges Kulturangebot. Sie können hier erhaltene Fördertechnik aus der frühen Elektrifizierungszeit besichtigen, interaktive Technikwelten erkunden, die Geschichte Ostravas vom Mittelalter bis 1989 verfolgen oder zwischen Odra und Ostravice besondere Landschaften entdecken. Dadurch lässt sich die Wahl Ihrer Unterkunft gut an den gewünschten Schwerpunkt Ihrer Reise anpassen: Stadtgeschichte und Museen stehen ebenso zur Verfügung wie Naturerlebnisse, Radwege und regionale Gastronomie.

Industriekultur mit erhaltenen Originalen

Ein besonders konkreter Zugang zur industriellen Vergangenheit ist Důl Michal. Die authentische Industrieanlage bewahrt elektrische Fördermaschinen und Kompressoren aus der frühen Phase der Elektrifizierung. In Dolní Vítkovice wird die Geschichte des Kohlebergbaus und des Hochofenbetriebs bei geführten Besichtigungen vermittelt. Der ehemalige Industriekomplex ist heute als Bildungs-, Sozial- und Kulturzentrum weitergenutzt. Auch Gong gehört zu diesem Wandel: Das Veranstaltungsgebäude befindet sich in einem früheren Gasbehälter, in dem einst gereinigtes Hochofengas gespeichert wurde. Heute finden dort internationale Konferenzen und Kongresse, Konzerte sowie Kunstausstellungen statt.

Die städtische Denkmalschutzzone Moravská Ostrava zeigt Architektur und Städtebau aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Einen breiteren historischen Rahmen bietet das Ostrava Museum. Seine Themen reichen von Kunstgeschichte, Archäologie, Paläontologie, Geologie und Mineralogie bis zur Ethnografie sowie zur Natur und Landschaft der Region. Das Museum verfolgt die Geschichte der Stadt von ihrer Gründung im Jahr 1267 bis 1989. In der Bergbauausstellung sehen Sie unter anderem eine Sammlung von Grubenlampen und Messinstrumenten sowie eine interaktive Karte von 1928, auf der die Schächte der Stadt eingezeichnet sind.

Technikmuseen für unterschiedliche Interessen

Im Velký svět techniky erwarten Sie vier dauerhaft eingerichtete interaktive Ausstellungen: Dětský svět, Svět vědy a objevů, Svět civilizace und Svět přírody. Für den Besuch sollten Sie ungefähr vier bis fünf Stunden einplanen. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei. Einen anderen zeitlichen und inhaltlichen Zugang bietet der Malý svět techniky U6: Die Ausstellung führt interaktiv von der Dampfmaschine bis zu modernen Motoren. Originale große Gebläse und rund einhundert spielerische Exponate gehören zu dieser Ausstellung. Das Gebäude ist teilweise barrierefrei. Die beiden Häuser unterscheiden sich damit klar in Umfang, Themen und baulichen Voraussetzungen.

Landek: Flüsse, Bergbau und frühe Menschheitsgeschichte

Landek liegt nahe dem Zusammenfluss von Odra und Ostravice und verbindet Natur- und Industriegeschichte auf engem thematischem Raum. Das Gebiet umfasst ein Nationales Naturdenkmal mit vielfältiger Vegetation und Tierwelt sowie ein technisches Denkmal des Bergbaumuseums. Ein wissenschaftlicher und bergbaukundlicher Lehrpfad führt an freiliegenden Kohleflözen aus dem Karbon vorbei. Landek wird außerdem mit Mammutjägern verbunden, die dort vor etwa 25.000 Jahren lebten, sowie mit der Petřkovice Venus.

Auch die Anreise zu Landek lässt sich unterschiedlich gestalten. Der DPO-Bus erreicht den Halt Hornické muzeum mit den Linien 34, 52, 56, 67 und 68. Eine Radroute folgt der Ostravice und der Odra über den Radweg G bis nach Landek. Ein ungewöhnliches Landschaftselement ist Halda Ema: Ihr thermisch aktives Inneres erreicht bis zu 1500 °C und bildet Porzellanite sowie Jaspisminerale.

Flussauen und geschützte Landschaften

Die Polanská niva ergänzt die industriell geprägten Orte um eine naturnahe Seite. Das Nationale Naturreservat enthält 50 Hektar Wald und gehört zum Biocentrum Oderská niva sowie zum europäischen Schutzgebiet und Vogelschutzgebiet Poodří. Besondere Einblicke sind bei speziellen geführten Ausflügen mit einem Natur-Ranger möglich. Poodří ist durch mäandrierende Odraarme, ganzjährig und zeitweise wasserführende Tümpel, Auwälder, international bedeutende Feuchtgebiete, Teiche und ausgedehnte Auenwiesen geprägt. Etwa ein Zehntel der geschützten Landschaft Poodří liegt im Stadtgebiet von Ostrava; das Schutzgebiet reicht außerdem in die Gebiete Nový Jičín und Frýdek-Místek hinein.

Die Naturreserve Rezavka ist durch Feuchtgebiete und Auenvegetation charakterisiert. Im Ostrava Museum wird der Landschaftsraum zusätzlich über die Lebensnatur-Ausstellung greifbar: Sie behandelt Auwälder im Becken der Odra, regionale Wälder, Flüsse, Teiche, Wiesen und die städtische Landschaft der Region.

Stadtwege, Verkehr und regionale Küche

Für die Orientierung in Ostrava ist der öffentliche Verkehr in das System ODIS integriert. Zum ODIS-System gehören Straßenbahnen, Busse und Oberleitungsbusse. Der Rundgang durch Poruba ist mit örtlichen blau-weißen touristischen Zeichen markiert und kann mit den Straßenbahnlinien 7, 8 und 17 bis zur Haltestelle Hlavní třída erreicht werden. Die Ostravské kulturní stezky erstellen Karten in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Geschichte, Architektur, Kultur und Natur.

Zur regionalen Entdeckung gehört auch die Gastronomie. Besucherinformationen nennen tschechische, regionale und internationale Küche sowie typische Pub-Spezialitäten wie utopenci und eingelegten Hermelín. Eine 3,3 Kilometer lange Route widmet sich Ostravaer und regionalen Kleinbrauereien. Die Route „Ostravské hospody“ führt dagegen zu Wirtshäusern des 19. Jahrhunderts und zur Geschichte des Bierbrauens in Ostrava.

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