Sendražice

Sendražice verbindet einen forstwirtschaftlich-landwirtschaftlich charakterisierten Landschaftstyp mit markierten Wegen und bemerkenswerten Kulturdenkmälern. Der markierte Lehrpfad und der Rad-Rundkurs führen durch diesen Landschaftsraum. Kirche, Hofanlage und Erinnerungsorte ergänzen die Wege um Bau- und Gedenkorte aus verschiedenen Epochen. Dadurch lässt sich der Ort sowohl über seine Landschaft als auch über seine historische Bebauung und Erinnerungskultur betrachten.

Landschaft und Wege rund um Sendražice

Der Lehrpfad Naučná stezka ist markiert, mittelschwer und für Fußgänger sowie Radfahrer geeignet. Teilweise verläuft er auf markierten Wanderwegen und Radwegen. In der Nähe von Sendražice teilt er sich; ein Abzweig führt durch Sendražice nach Hořiněves. Radfahrer können damit klar zwischen dem geteilten Lehrpfad und der historischen Rundfahrt über mehrere Orte in der Region unterscheiden.

Für Radfahrer ist außerdem der Rundkurs Okruh bojištěm bitvy 1866 von Bedeutung. Er führt über Neděliště, Sendražice und Lochenice in Richtung Hradec Králové und steht im Zusammenhang mit der Schlacht von 1866. Anders als der Lehrpfad mit seinem Abzweig nahe Sendražice verbindet der Rundkurs mehrere Orte in einer historischen Radrunde.

Kirche und ländliche Baukultur

Die Kirche St. Stanislaus besitzt einen gotischen Kern aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts barockisiert. Sie steht auf einem markanten Sporn am nordöstlichen Rand von Sendražice. Der Friedhof, von einer Umfassungsmauer eingefasst, ist etwa oval angelegt. Der Kirchenstandort ist damit durch seine erhöhte Lage und die umschlossene Friedhofsanlage geprägt.

Ein weiteres Beispiel für die örtliche Baugeschichte ist die Hofanlage Nr. 74. Sie ist vierseitig geschlossen und umfasst ein Wohnhaus, eine Scheune sowie ehemalige Ställe. Als klassizistische ländliche Hofanlage ist sie für das Gebiet Hradecko typisch und stammt aus der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Wohnhaus, Scheune und ehemalige Ställe gehören dabei zu derselben geschlossenen Hofstruktur und zeigen die Gliederung eines ländlichen Gehöfts.

Erinnerungsorte und Ortsgeschichte

Das Denkmal für die Angehörigen des österreichischen 9. Feldjägerbataillons ist ein monumentales secessionistisches Sandsteindenkmal in Form einer Stele. Es ist vier Soldaten des österreichischen 9. Feldjägerbataillons und dem ehemaligen Kämpfer Josef Holdík aus Sendražice gewidmet. Unter der Gedenklinde befinden sich außerdem ein Glockentürmchen und ein Sühnekreuz. Diese Zeichen ergänzen die Stele um weitere Erinnerungsorte am selben Platz.

Auch die schriftliche Geschichte des Ortes reicht weit zurück: Sendražice ist erstmals für das Jahr 1297 belegt. Damals besaß Ondřej ze Sendražic dort Grundbesitz. Die belegte Ortsgeschichte setzt damit im späten 13. Jahrhundert an.

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