Kostelec Nad Orlicí – Schlosskultur und Wege an der Orlice
Zwischen Schlosskultur und Orlice
Kostelec nad Orlicí verbindet eindrucksvolle Baugeschichte mit Lehrpfaden, Wasser und Landschaft. Im Mittelpunkt steht der Nový zámek, ein von Heinrich Koch in den 1830er-Jahren entworfenes, komponiertes Bauensemble im Stil des Klassizismus und Biedermeier. Es gehörte zum gräflichen Kostelecer Zweig der Familie Kinský und bietet heute mehrere unterschiedliche Einblicke in Kultur und Ortsgeschichte.
Im Nový zámek befindet sich die Dauerausstellung „Život v biedermeieru“. Im Untergeschoss informiert eine Museumsausstellung über die Stadt Kostelec nad Orlicí. Dazu kommen die Galerie Kinský, 13 Ausstellungskammern sowie Vernissagen und Kunstausstellungen. Damit lässt sich ein Besuch nicht auf die Architektur beschränken: Je nach Interesse stehen Wohnkultur, Stadtgeschichte oder wechselnde Kunst im Vordergrund. Der Park des Nový zámek ist ganzjährig geöffnet und kann kostenlos besucht werden.
Historische Orte mit unterschiedlichen Geschichten
Auch die Kirchen machen die Entwicklung des Ortes sichtbar. Die spätbarocke St.-Georgs-Kirche wurde von 1769 bis 1773 von František Kermer errichtet. Ihre Ausstattung ist spätbarock und rokokozeitlich geprägt; zu den besonderen Details gehört eine spätgotische Madonna. Die Kirche Jan Amos Comenius, früher St.-Wenzels-Kirche, ist eine zugängliche frühbarocke Kirche aus dem späten 17. Jahrhundert. Der Starý zámek wiederum steht an der Stelle einer ehemaligen Festung, die vor 1620 gegründet worden war. Nach einem Brand im Jahr 1668 entstand dort ein barockes Schloss.
Zur Erinnerungskultur gehören die „Kameny zmizelých“, beziehungsweise Stolpersteine, in Kostelec nad Orlicí. Sie sind ein Gedenkort für die Opfer des Holocausts und des NS-Regimes. Die heutige St.-Anna-Kirche ersetzt eine 1572 gegründete Friedhofskapelle und wurde von 1685 bis 1691 errichtet. Zusammen ergeben diese Orte kein einheitliches Sehenswürdigkeitenprogramm, sondern verschiedene Zugänge zu Baukunst, Religion, Stadtgeschichte und Erinnerung.
Lehrpfade, Radweg und Wasser
Für Tage im Freien bietet der Lehrpfad der Městské lesy Kostelec nad Orlicí einen klar beschriebenen Rahmen: Der markierte Weg am Stadtrand ist 3,3 km lang und mit 12 interaktiven Informationstafeln ausgestattet. Im Lesopark Lípová stráň, einem Naturpark an der durch Kostelec nad Orlicí fließenden Divoká Orlice, gibt es drei ausgeschilderte Lehrpfade. Dazu zählen der K.-J.-Erben-Lehrpfad als mittelschwerer Weg mit 3,1 km Länge sowie der Mistra-Jan-Hus-Lehrpfad, ein als leicht beschriebener Spazierweg von 1,9 km.
Eine weitere Möglichkeit bietet der 2 km lange Radweg von Kostelec nad Orlicí nach Doudleby nad Orlicí, der sich zum Radfahren und Inline-Skaten eignet. Für eine ruhigere Zeit draußen liegt das Freibad Koupaliště Kostelec nad Orlicí in ruhiger Umgebung an der Orlice. Wer sich für Flussaktivitäten interessiert, kann Kostelec nad Orlicí als geeigneten Ausgangspunkt für die Befahrung der Divoká Orlice nutzen.
Geschmack und lokale Tradition
Auch kulinarische Veranstaltungen gehören zum kulturellen Bild des Ortes. Beim Food Festival präsentierte der Český královský institut den Stand „Ochutnejte historii“ mit einem historischen Menü. Es beruhte auf Tradition, saisonalen Zutaten und den Wurzeln der tschechischen Küche. Das Food Festival fand zum achten Mal an einem letzten Samstag im August in den Gärten des Nový zámek in Kostelec nad Orlicí statt; dort konnten ausgewählte Delikatessen probiert werden.
Je nachdem, ob Kultur oder Bewegung im Vordergrund steht, entsteht so ein anderer Schwerpunkt für den Aufenthalt, ohne dass die einzelnen Erlebnisse zu einem einheitlichen Programm werden müssen.
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