Dolní Malá Úpa
Dolní Malá Úpa verbindet eindrucksvolle Zeugnisse der Riesengebirgskultur mit Spazierwegen, traditionellen Veranstaltungen und markanten Routen durch die Landschaft. Besonders deutlich wird der Charakter des Ortes an den Šímovy Chalupy: Mehrere erhaltene ursprüngliche Riesengebirgs-Blockhäuser bilden hier eine geschützte dörfliche Denkmalzone. Für Ihre Reiseplanung eröffnet sich damit eine interessante Wahl zwischen Kulturentdeckungen, thematischen Wegen und aktiven Erlebnissen.
Kultur und Geschichten für neugierige Entdecker
Ein anschaulicher Zugang zur regionalen Erzähltradition ist die Pohádková stezka. Der Spazierweg führt durch Malá Úpa, besitzt zehn Stationen und eine ständige Ausstellung von Riesengebirgsmärchen der Schriftstellerin Marie Kubátová. Zusätzlich verbindet die Strecke Holztafeln mit Märchen mit einer Kletter- und Spieleinrichtung für Kinder. Damit erhält ein Ausflug einen klaren thematischen Rahmen, bei dem Geschichten und Bewegung unmittelbar nebeneinanderstehen.
Zu den prägenden Kulturorten gehört die barocke Kirche St. Peter und Paul. Sie ist ein Wahrzeichen von Malá Úpa und wurde 1788–1789 erbaut. Von Pomezní Boudy aus ist sie über gelb oder rot markierte Wanderwege erreichbar und ein Ziel für viele Pilger. Im Umfeld der Kirche findet der Maloúpský jarmark statt, eine traditionelle Veranstaltung, die alte Riesengebirgstraditionen feiert. Ebenfalls im Bereich U Kostela liegt der Závod rohaček – Memoriál Josefa Tylše, eine traditionelle Veranstaltung.
Routen zwischen Spálený Mlýn, Šímovy Chalupy und Sněžka
Die Route Lví důl bietet eine klar beschriebene Strecke für den Langlauf: Sie ist 10,7 km lang und beginnt in Spálený Mlýn oder Smrčí. Von Spálený Mlýn führt sie am Jelení potok entlang bis zum Fuß der Sněžka und weiter bis zu Šímovy Chalupy, der geschützten dörflichen Denkmalzone. So lassen sich auf einer Route Landschaft und historische Baukultur miteinander verbinden, ohne dass die beiden Erlebnisse zu einem einzigen Ziel verschmelzen.
Auch die Gewässer der Umgebung eröffnen eine besondere Perspektive. Im Gebiet des Nationalparks Krkonoše kann die Malá Úpa im Abschnitt von Spálený Mlýn bis zur Mündung des Jelení potoka in die Úpa mit nicht motorisierten Wasserfahrzeugen befahren werden. Für eine andere Form der Fortbewegung steht Emmina stezka: Sie führt vom Spálený Mlýn im unteren Teil von Malá Úpa und dient heute auch als Radweg.
Erinnerungswege und regionale Traditionen
Die Disidentská stezka widmet sich einem jüngeren Kapitel der Geschichte des Riesengebirges. Sie erinnert an vier Jahrzehnte der Treffen tschechischer und polnischer Dissidenten im Riesengebirge, die mit dem Zeitraum 1978–2018 verbunden sind. Die Stezka hat sechs namentlich aufgeführte Stationen; U kostela ist eine davon. Dadurch ergänzt sie die älteren Bau- und Kirchenzeugnisse um einen Weg, der politische und grenzüberschreitende Erinnerung sichtbar macht.
Dolní Malá Úpa eignet sich damit besonders für Reisende, die einen Aufenthalt nicht auf eine einzelne Sehenswürdigkeit reduzieren möchten. Sie können zwischen Märchentradition, geschützten Blockhäusern, kirchlicher Geschichte, Erinnerungsorten sowie Routen für Langlauf, Radfahren und nicht motorisierte Wasserfahrzeuge unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
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