Sankt Joachimsthal – Bergbau, Kurtradition und besondere Entdeckungen
Unterkünfte in Sankt Joachimsthal
Sankt Joachimsthal verbindet eine außergewöhnliche Bergbaugeschichte mit einer bis heute prägenden Kurtradition. Wenn Sie für Ihren Aufenthalt Kultur, bewegte Ortsgeschichte, Wassererlebnisse und Radwege miteinander verbinden möchten, finden Sie hier sehr unterschiedliche Anknüpfungspunkte – von historischen Kirchen und Museen bis zu Lehrpfaden und einer öffentlich zugänglichen Badelandschaft.
Bergbaugeschichte und kulturelle Entdeckungen
In der Ausstellung der Bibliothek der Lateinschule sehen Sie eine einzigartige Sammlung angeketteter Bücher. Diese als „libri catenati“ bezeichneten Werke sind mit den Anfängen der Stadt Jáchymov im frühen 16. Jahrhundert verbunden. Noch unmittelbarer wird die Geschichte im Bergwerk Důl Svornost: Es stammt aus dem Jahr 1518 und ist seit 1530 das am längsten betriebene Bergwerk Mitteleuropas.
Die Štola č. 1 ist ungefähr 250 Meter lang und wurde im Jahr 2008 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei Führungen werden ihr Zweck, ursprüngliche Techniken des Erzabbaus und die vorkommenden Mineraladern erläutert. Eine kleine Ausstellung zur Bergbautechnik zeigt Förderwagen, Bohrer und Schienen; außerdem umfasst die Besucherroute authentische Abbaubereiche aus dem 16. Jahrhundert. Im Museum Královská mincovna reicht der thematische Bogen vom Silberbergbau und der Münzprägung bis zum unter der Herrschaft des Adelsgeschlechts Šlik geprägten Taler und zum späteren Radon-Kurbetrieb.
Kurtradition und Wassererlebnisse
Die Verbindung von Bergbau und Kurwesen ist ein besonderes Merkmal des Ortes. Aus dem Důl Svornost werden vier Heilquellen gefördert, die in den balneotherapeutischen Einrichtungen von Jáchymov genutzt werden. In Jáchymov wurden 1906 die weltweit ersten Radonbäder gegründet. Damals wurde radioaktives Grubenwasser der Region zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats eingesetzt – eine historische Entwicklung, die Sie heute als Teil der Orts- und Kurgeschichte einordnen können.
Das Aguacentrum Agricola ist für die breite Öffentlichkeit geöffnet. Es bietet ein 25-Meter-Schwimmbecken, eine Sauna, einen Kneipp-Pfad, einen Whirlpool, eine Wasserrutsche und ein kleineres Becken für Kinder. Damit steht neben den historischen Themen auch ein klar umrissenes Wasser- und Badeangebot zur Verfügung, das bei der Gestaltung eines abwechslungsreichen Aufenthaltstages berücksichtigt werden kann.
Kirchen, Lehrpfade und Bewegung
Die Hornická krajina Jáchymov ist eine von fünf tschechischen Komponenten des UNESCO-Welterbes Erzgebirge/Krušnohoří. Zur Ortsgeschichte gehören auch die Špitální kostel, Jáchymovs ältestes erhaltenes Baudenkmal, und ihre einzigartige vollständig fachwerkliche Konstruktion. Das Gebäude hat sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrt und kann zu festgelegten Zeiten mit Führung sowie während kultureller Veranstaltungen besichtigt werden.
Die Kostel sv. Jáchyma wurde in den Jahren 1534–1540 als erste lutherische Kirche in Böhmen errichtet. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1873 wurde sie in den Jahren 1874–1876 nach einem Entwurf des Baumeisters Josef Mocker in ihre heutige Gestalt umgebaut. Für aktive Tage beginnt die Radroute 2005 am unteren Ende des neuen Radwegs Horní Žďár–Jáchymov, führt auf einer ehemaligen Bahnstrecke nach Jáchymov und verläuft über die Dvořákova ulice bergauf bis zur Siedlung Suchá. Weitere Ortsziele können Sie über Nové Město und Suchá entdecken.
Der Radon-Lehrpfad endet im Kurviertel von Jáchymov und informiert an mehreren Stationen über Radioaktivität in der Natur, ihre Messung und wirksame Schutzmöglichkeiten. Der Lehrpfad Jáchymovské peklo ist 8,5 Kilometer lang und hat 12 Stationen. Er erinnert an das Leben politischer Gefangener aus den Uranbergbau-Arbeitslagern in der Umgebung von Jáchymov. Am Šlikovský hrad endet dieser Lehrpfad; von dort bietet sich ein weiter Blick auf Jáchymov und die umliegenden Krušnohorské kopce.
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