Zbraslavec – Kapelle, Wege und Töpfereigeschichte
Zbraslavec verbindet sakrale Baugeschichte, lokale Handwerkstradition und markierte Wege in einer überschaubaren Ortskulisse. Besonders charakteristisch ist die Kapelle Panny Marie Karmelské: Sie stammt aus dem Jahr 1901 und bewahrt mehrere bauliche und historische Details, die den Ort über einen bloßen Zwischenhalt hinaus interessant machen. Dazu kommen die Radroute 5141, ein Lehrpfad mit Bezug zu lokalen Sehenswürdigkeiten und Spuren der früheren Mühlen- und Sägewerkgeschichte.
Kapelle Panny Marie Karmelské und ein Kreuz von 1857
Die neugotische Kapelle Panny Marie Karmelské aus dem Jahr 1901 lohnt eine genaue Betrachtung. Ihr älterer westlicher Teil besteht aus einer ursprünglichen prismatischen Kapelle mit quadratischem Grundriss. Daran schließt ein neueres, leicht verbreitertes rechteckiges Kirchenschiff an. Gerade dieser Wechsel zwischen dem älteren Kern und dem später angebauten Schiff macht die Baugeschichte am Gebäude selbst ablesbar.
Vor der Südwand steht ein Steinkreuz mit einem auf Blech gemalten Christusbild. In das Kreuz ist die Jahreszahl 1857 eingemeißelt. Damit begegnen Ihnen an einem Ort zwei unterschiedliche Zeitspuren: das Kreuz aus dem 19. Jahrhundert und die neugotische Kapelle vom Beginn des 20. Jahrhunderts.
Kaolin, Töpferei und die Anlage Křepelův mlýn
Zur Geschichte von Zbraslavec gehört auch das Töpferhandwerk. Die Kaolinvorkommen am Berg Hůra auf dem Gebiet von Zbraslavec trugen zur Entstehung dieses örtlichen Handwerks bei. Eine erste große Töpferei wurde 1880 errichtet. Wer sich für regionale Materialien und traditionelle Verarbeitung interessiert, findet hier deshalb einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Landschaft, Rohstoff und Handwerksgeschichte.
Der Berg Hůra und die 1880 errichtete erste große Töpferei verknüpfen dabei zwei konkrete Bezugspunkte dieser Geschichte: den Rohstoffstandort und den dokumentierten Beginn einer größeren handwerklichen Produktion.
Im südlichen Teil von Zbraslavec liegt am linken Ufer der Úmoří die Anlage der Säge und der ehemaligen Mühle Křepelův mlýn. Die Bezeichnung „ehemalige Mühle“ verweist dabei ausdrücklich auf ihre historische Bedeutung. Zusammen mit der Töpfereigeschichte erweitert dieser Ort den Blick über einzelne Gebäude hinaus auf frühere Formen von Arbeit und Nutzung in der Umgebung. Zum Ortsbild gehört außerdem der Sportkomplex „Pod kaštany“.
Rad- und Wanderverbindungen rund um den Ort
Die Radroute 5141 verläuft über Zbraslavec und verbindet Kunštát, Drnovice, Lysice, Žerůtky, Býkovice und Černá Hora. Zusätzlich verläuft durch Zbraslavec eine markierte lokale Radroute.
Die verschiedenen Wege setzen dabei unterschiedliche Akzente: Die Radroute 5141 und die lokale Radroute sind dem Radverkehr zugeordnet, die grüne Markierung dem Wandern; der Lehrpfad ergänzt die Wege um Stationen zu lokalen Sehenswürdigkeiten.
Auch zu Fuß führt eine grüne Wanderwegmarkierung durch das Tal der Úmoří in Richtung Hluboké u Kunštátu. Stand 2017 verlief außerdem der Lehrpfad NS Drnovicko von Drnovice über Zbraslavec und Kunice nach Lhota u Lysic. Stand 2017 hatte dieser Lehrpfad mindestens 14 Stationen und war auf lokale Sehenswürdigkeiten ausgerichtet.
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