Šťáhlavy
Šťáhlavy ist ein interessantes Ziel für Reisende, die historische Bauwerke, ungewöhnliche Kulturdetails und Wege mit eigener Geschichte verbinden möchten. Im Ort selbst stehen das Schloss Šťáhlavy und die Kirche St. Adalbert im Mittelpunkt. Weitere Ziele sind Schloss Kozel, die Ruinen der Burg Lopata und Lehrpfade im Kozelské polesí. So lassen sich sehr unterschiedliche Formen der Entdeckung miteinander verbinden: Architektur, Parklandschaft, Archäologie und ein besonderes Orgelbau-Merkmal.
Kozel: klassizistisches Jagdschloss und Landschaftspark
Kozel ist ein klassizistisches Jagdschloss, das Ende des 18. Jahrhunderts unter der Leitung des Baumeisters Václav Haberditz für den Bauherrn Jan Vojtěch Černín errichtet wurde. Seine Geschichte steht damit für eine klar umrissene Epoche und für eine konkrete Verbindung von Bauherr, Baumeister und Schlossanlage. Das Umfeld des Schlosses bildet ein weitläufiger Landschaftspark. Seine heutige Gestalt wurde in den 1870er Jahren durch den Gärtner František Xaver Franz geprägt.
Das gesamte Areal des Schlosses Kozel und alle Besucherbereiche sind barrierefrei für Rollstuhlnutzende zugänglich. Der Lehrpfad Okolo Kozlu beginnt am Waldrand beim Lopatský-Teich unterhalb des Schlosses Kozel und endet am touristischen Wegweiser oberhalb des oberen Schlosstors.
Lehrpfade und die Ruinen von Burg Lopata
Ein anderer historischer Akzent liegt bei den Ruinen der Burg Lopata. Sie wurden vermutlich von Heřman von Litice in den Jahren 1367 bis 1377 an der Stelle einer vorgeschichtlichen Siedlung gegründet. Die vorsichtige Formulierung „vermutlich“ gehört zur Geschichte dieses Ortes und bewahrt den Unterschied zwischen überlieferter Einordnung und gesicherter Gewissheit. Der heutige Bezug zum Wandern und zur historischen Spurensuche ist ebenfalls konkret: Die Ruinen der Burg Lopata sind derzeit Teil des Lehrpfads F. X. France.
Der archäologische Lehrpfad im Kozelské polesí erinnert an F. X. France, einen bedeutenden Amateurarchäologen des 19. Jahrhunderts und Gärtner am Schloss Kozel. Dadurch erhält der Lehrpfad eine doppelte Ausrichtung: Er verweist auf archäologische Vergangenheit und zugleich auf eine Person, die mit der Geschichte von Kozel verbunden ist.
Šťáhlavy selbst: Schlossgeschichte und eine besondere Orgel
Das Schloss Šťáhlavy ist ein Beispiel für einen ländlichen Renaissancebau, der durch barocke Anbauten verändert wurde. Zum Schlossareal Šťáhlavy gehört außerdem ein Park. Wer bei einem Aufenthalt unterschiedliche historische Bauphasen vergleichen möchte, findet hier deshalb eine konkrete Gegenüberstellung von Renaissance und späteren barocken Ergänzungen.
In der Kirche St. Adalbert in Šťáhlavy steht ein weiteres bemerkenswertes Detail im Mittelpunkt. Die Orgel wurde 1856 vom Orgelbauer Ferdinand Guth aus Čistá gebaut. Die größten Pfeifen liegen wegen der niedrigen Decke über dem Chor waagerecht unter dem Chorboden. Diese Anordnung gilt als weltweit einzigartiges Merkmal. Damit besitzt die Kirche nicht nur eine Jahreszahl und einen namentlich bekannten Orgelbauer, sondern auch eine bauliche Besonderheit, die sich deutlich von einer gewöhnlichen Aufstellung unterscheidet.
Für die weitere Orientierung können Sie auch Chrást, Mokrouše, Dýšina, Vstiš, Pilsen, Starý Plzenec, Lhůta und Losiná betrachten.
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