Víska U Jevíčka

Víska u Jevíčka verbindet einen markanten Aussichtspunkt mit einer vielschichtigen Erinnerungsgeschichte. Der Ort ist damit weniger über eine einzelne Sehenswürdigkeit als über den Kontrast zwischen Landschaftswahrnehmung und historischer Einordnung interessant. Für Sie entsteht ein Ziel, das sich besonders dann erschließt, wenn Sie Naturbeobachtung und Kulturgeschichte nicht getrennt betrachten.

Aussichtspunkt und Landschaft

Der Turm über dem Feuerwehrgerätehaus ist ein bedeutender Aussichtspunkt über Víska u Jevíčka und die Landschaft. Das Denkmal und der Waldfriedhof für 143 Gefangene sind als unbewegliches Kulturdenkmal eingetragen. Sie liegen in einem Wald westlich von Víska u Jevíčka. Der Aussichtspunkt gehört damit zur Ortslage, während der Gedenkort auf der westlichen Waldseite liegt. Landschaftsblick und Gedenken sind in Víska u Jevíčka räumlich nicht an dieselbe Stelle gebunden.

Erinnerung an das ehemalige Lager

Nordwestlich von Víska u Jevíčka entstand am Hang des Tals des Arnoštovský-Bachs ein Arbeitslager aus der Kriegszeit. Der frühere Lagerplatz lag an der Straße von Víska u Jevíčka, dem früheren Derflík, nach Chornice. Dort waren zunächst zivile Arbeiter am Autobahnbau untergebracht. Im Frühjahr 1940 wurden auch polnische Juden dorthin gebracht; nach dem Angriff auf die Sowjetunion kamen sowjetische Kriegsgefangene hinzu. Die historische Nutzung veränderte sich damit in mehreren zeitlich aufeinanderfolgenden Abschnitten.

1942 starben in dem ehemaligen Lager 142 sowjetische Kriegsgefangene an Flecktyphus. Sie wurden im Wald Kalenky auf einem besonderen Friedhof bestattet. Dieser Bestattungsort bildet einen eigenen Schauplatz innerhalb der Lagergeschichte. Seit dem 7. Oktober 1951 erinnert ein Denkmal an den Ort, an dem die an einer Typhusepidemie Verstorbenen bestattet wurden. 2006 wurde es mit finanzieller Unterstützung des Pardubický kraj rekonstruiert. Zwischen Todesfällen, Gedenken und Rekonstruktion liegen damit drei zeitlich getrennte Bezugspunkte: 1942, 1951 und 2006. Die spätere Erinnerung bewahrt dabei den Bezug zu den Verstorbenen des ehemaligen Lagers.

Anreise und Orientierung vor Ort

Durch Víska u Jevíčka führt keine Eisenbahnstrecke. Die ČD-Strecke Nr. 262 verläuft östlich des Ortes und hat Haltestellen in Jevíčko, Biskupice u Jevíčka und Chornice. Die Strecke und ihre Haltestellen liegen damit außerhalb von Víska u Jevíčka. Für eine Bahnanreise ist zwischen dem Ort selbst und den östlich gelegenen Stationen zu unterscheiden. Auch für Radfahrende gibt es eine klare örtliche Besonderheit: In Víska u Jevíčka bestehen keine eigenständigen Radwege und keine eingetragene Radroute. Radfahrende nutzen auf der Hauptstraße und den örtlichen Straßen die Fahrbahnen gemeinsam mit dem übrigen Verkehr. Diese Regelung betrifft damit sowohl die Hauptverbindung als auch die Straßen innerhalb des Ortes.

Ergänzend können Sie auch Rychnov Na Moravě, Nedvezi, Dlouhá Loučka, Študlov, Lubná, Javorník, Hradec Nad Svitavou und Sklené erkunden.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Svitavy.

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