Polička: Stadtmauern, Museen und das Erbe von Bohuslav Martinů
Polička verbindet eindrucksvolle mittelalterliche Stadtgeschichte mit dem kulturellen Erbe Bohuslav Martinů und dem Landschaftsbezug zu den Žďárské vrchy. In der Stadt treffen Befestigungen, Ausstellungen, besondere Bauwerke und Zeugnisse regionaler Handwerkskunst aufeinander. Das Spektrum reicht von einer zeitlich klar begrenzten Führung an der Stadtmauer bis zu historischen und kulturellen Themen, die sich an unterschiedlichen Orten verfolgen lassen.
Stadtmauern und barockes Rathaus
Die mittelalterlichen Stadtmauern von Polička können im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Führung dauert 45 bis 60 Minuten und lässt sich damit als eigener Programmpunkt einplanen. Die heutigen Befestigungsanlagen wurden Mitte des 14. Jahrhunderts unter Karl IV. errichtet. Im barocken Rathaus befindet sich in der Galerie das Renaissance-Gruppenporträt „Zahradní hostina Hohenemsů“, das als das umfangreichste seiner Art außerhalb Italiens gilt. Zum Rathaus gehören außerdem zwei besondere Kapellen: eine gotische und eine barocke.
Stadtgeschichte und Bohuslav Martinů
Die Dauerausstellung „Geschichte der Stadt Polička“ verfolgt die Entwicklung der Stadt von ihrer Gründung durch den böhmischen König Přemysl Otakar II. im Jahr 1265 bis 1945. Der weit gespannte Zeitraum verbindet die Anfänge Poličkas mit ihrer Geschichte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts und gibt der Stadtgeschichte einen eigenen Schwerpunkt.
Im Zentrum Bohuslava Martinů vermittelt die Ausstellung „Barevný svět Bohuslava Martinů“ die Lebensgeschichte des Komponisten Bohuslav Martinů, dessen Lebensweg von Anfang an dauerhaft mit Polička verbunden ist. Seine Geburtsstube befindet sich im Turm der St.-Jakobus-Kirche. Links neben der St.-Michael-Kirche liegt das Familiengrab der Familie Martinů; dort sind Bohuslav Martinů, seine Frau Charlotte sowie seine Eltern und Geschwister bestattet. So begegnet das musikalische Erbe sowohl in einer Ausstellung als auch an konkreten Orten der Stadt.
Glaskunst, Waldpark und Landschaftsbezug
Die Dauerausstellung „Sklářství na Horácku“ zeigt das handwerkliche Können von Glasmeistern und die Feinheit ihrer Glaswaren. Damit ergänzt die Glaskunst die historischen und musikalischen Themen um einen Einblick in regionale Handwerkskunst. Im Waldpark Liboháj wurde 1921 ein Denkmal für Jan Hus errichtet. Es besteht aus einem bronzenen Relief auf einem Granitblock und wurde vom in Polička geborenen Bildhauer Vojtěch Eduard Šaff geschaffen.
Ebenfalls im Waldpark wurde in den 1920er Jahren ein Naturamphitheater errichtet, in dem zahlreiche Laienspiele stattfanden. Der Park verbindet damit ein Denkmal mit einem Ort der Aufführungsgeschichte. Polička ist zudem ein Tor zu den Žďárské vrchy. Neben den Stadtmauern, Museen und Bauwerken gehört somit auch der Übergang zur Landschaft zum Charakter des Ortes.
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