Mořina: Steinbrüche, Geschichte und Natur entdecken

Mořina verbindet eine eindrucksvolle Kalksteinlandschaft mit gut dokumentierter Ortsgeschichte. Rund um die Gemeinde liegen überflutete Steinbrüche, alte Stollen und Zeugnisse verschiedener Epochen. Damit bietet sich Ihnen ein Reiseziel, an dem Naturbeobachtung, Bergbaugeschichte und kulturelle Entdeckungen unterschiedliche Schwerpunkte für die Tagesplanung setzen.

Kalksteinbrüche und geschützte Natur

Die Bergbaulandschaft rund um Mořina umfasst alte Kalkstein-Tagebaue. Zu den bekannten Steinbrüchen gehören Velká Amerika und Malá Amerika. Beide sind bis zu 100 Meter tief und haben klare Seen auf ihrem Grund. Velká Amerika zählt zu den bekanntesten tschechischen überfluteten Steinbrüchen und liegt etwa 4 km von der Burg Karlštejn entfernt. Sie erreichen Velká Amerika zu Fuß oder mit dem Auto.

Die Dimension dieser Landschaft geht auf eine etwa 130-jährige Abbautätigkeit zurück. In dieser Zeit wurden im Gebiet von Mořina insgesamt 20 Steinbrüche eröffnet, darunter 19 Tagebaue. Viele davon liegen heute verborgen in den Wäldern des CHKO Český kras westlich der Gemeinde Mořina. Das europäische Schutzgebiet Štoly Velké Ameriky bewahrt außerdem Überwinterungsquartiere mehrerer seltener Fledermausarten. Sie befinden sich in alten, unzugänglichen Stollen, die an die Steinbrüche anschließen.

Unterirdische Geschichte mit Führung

Die unterirdischen Stollen, die die Steinbrüche bei Mořina verbinden, können mit ausgebildeten Führern des Spolku HAGEN Mořina besichtigt werden. Für die Planung ist dieser Unterschied wichtig: Die Stollen sind nicht als frei zugänglicher Rundgang beschrieben, sondern als Ort für eine geführte Besichtigung.

Auch die Führung am Steinbruch Velká Amerika verbindet Landschaft und Bergbaugeschichte. Sie dauert gewöhnlich etwa 60–90 Minuten und umfasst einen Höhenunterschied von 180 Metern. Während der Führung erhalten Sie Erläuterungen zur Geschichte des Abbaus am Standort. So lässt sich der Blick auf den heutigen Steinbruch mit seiner Entstehungsgeschichte verbinden, ohne die Landschaft nur als Fotomotiv zu betrachten.

Kirche und jüdischer Friedhof in Mořina

Zur kulturellen Seite des Ortes gehört der Kostel sv. Stanislava. Er wurde ursprünglich als gotische Kirche gegründet und bereits 1353 erstmals schriftlich als Pfarrkirche erwähnt. Im 18. Jahrhundert wurde das Gotteshaus im Barockstil umgebaut und angepasst. Der jüdische Friedhof in Mořina wurde 1735–1736 angelegt. Er bewahrt 312 Grabsteine aus der Zeit von 1740 bis zur zweiten Hälfte der 1930er-Jahre. Beide Orte ergänzen die Landschaftserlebnisse um historische Themen, die Sie unabhängig von einer Führung durch die Steinbrüche erkunden können.

Lehrpfad für eine kürzere Entdeckung

Der Lehrpfad Český Grand Canyon a Český Mauthausen ist knapp drei Kilometer lang und verfügt über elf Tafeln und interaktive Elemente. Damit bietet er eine weitere Möglichkeit, die Landschaft und ihre Geschichte schrittweise zu erschließen. Die unterschiedlichen Formate – Lehrpfad, Führung und eigenständige Anreise zu Velká Amerika – helfen Ihnen, die Tagesgestaltung an Ihre verfügbaren Interessen und Zeitfenster anzupassen.

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