Kolomuty: Klenice, Radwege und Ortsgeschichte
Kolomuty zwischen Klenice, Dorfanger und alter Geschichte
Die Klenice und ihre Aue prägen Kolomuty als landschaftsgestaltendes Element und erfüllen landschaftsgestaltende, ökologische stabilisierende sowie erholungsbezogene Funktionen. Im südlichen Teil des Gemeindegebiets bildet der bewaldete Chlum-Kamm ein bedeutendes landschaftliches Erholungsumfeld für die Einwohner der Gemeinde. Für Besucher lässt sich Kolomuty dadurch nicht nur über den Ortskern, sondern auch über das Zusammenspiel von Wasserlauf, Aue und bewaldetem Höhenzug erfassen.
Die Eisenbahnhaltestelle Kolomuty liegt etwa 600 m Fußweg vom Ortszentrum entfernt. Sie befindet sich rund 50 m hinter der Gemeindegrenze auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Židněves. Für die Orientierung bei der Ortswahl ist deshalb sowohl die Entfernung zum Zentrum als auch die Lage der Haltestelle außerhalb des Gemeindegebiets relevant.
Die Radroute 8148 verläuft durch Kolomuty und führt entlang der Klenice. Die Radroute 8155 verläuft durch Kolomuty zwischen Bakov nad Jizerou und Kosořice und ist in Bakov nad Jizerou an die Greenway Jizera angebunden. Damit stehen zwei unterschiedliche räumliche Bezüge im Ort nebeneinander: Die Route 8148 begleitet die Klenice, während die Route 8155 Kolomuty mit den Orten Bakov nad Jizerou und Kosořice verbindet. Zusätzlich ist zwischen Kolomuty und Plazy entlang der Straße III/27515 ein kombinierter Rad- und Fußweg vorgesehen. Er soll Teil des Radwegenetzes im Osten der Mladá-Boleslav-Agglomeration werden und mit den Zeichen C9a/b markiert werden. Für die Planung unterscheiden sich damit bereits vorhandene Routen und eine vorgesehene Ergänzung des Wegenetzes klar voneinander.
Im Ortskern stehen die wichtigsten Orientierungspunkte der historischen Dorfangeranlage. Die Statue des heiligen Josef befindet sich in ihrer Mitte. Auf der Westseite steht eine gemauerte Kapelle mit einem Glockenturm in Pfostenbauweise. Die Lage der ehemaligen Feste von Kolomuty und der Dorfkern im Ortskern von Kolomuty sind als archäologisches Fundgebiet erfasst. Am Standort der ehemaligen Feste ist eine etwa 2 m hohe Erhebung mit einem 5 × 3 m großen tonnengewölbten Keller erhalten. So verbindet der Ortskern sichtbare Bauwerke mit Spuren der früheren Siedlung und ihrer Befestigung.
Die Funde reichen weit über das Mittelalter hinaus. Auf dem Gebiet von Kolomuty wurden Steinwerkzeuge aus der Jungsteinzeit gefunden, darunter flache Beile und Dechsel, die etwa 7.000 Jahre alt sind. Ein in Kolomuty gefundenes Gefäß aus der römischen Zeit aus dem Zeitraum 400–0 v. Chr. befindet sich in der archäologischen Sammlung des Muzeum Mladoboleslavska. 1923 wurde beim Pflügen zufällig ein Gräberfeld der Urnenfelderkultur aus der jüngeren Bronzezeit entdeckt; es wird mit der Lausitzer und der schlesisch-platěnitzer Kultur verbunden und ist etwa 3.000 Jahre alt. Ein Gefäß vom Glockenbecher-Typ aus demselben Gebiet deutet darauf hin, dass sich dort vor etwa 4.000 Jahren neue ethnische Gruppen aus Westeuropa niederließen. Der zeitliche Bogen reicht damit von den etwa 7.000 Jahre alten Steinwerkzeugen über bronzezeitliche Funde bis zu einem Gefäß aus dem Zeitraum 400–0 v. Chr.
Im Jahr 1311 ist Jan z Kolomut als erstes Mitglied des örtlichen Adelsgeschlechts belegt. Damit treffen in Kolomuty eine erhaltene Landschaft, sichtbare Dorfstrukturen und archäologische Spuren verschiedener Epochen aufeinander. Wer den Ort erkundet, findet daher auf engem thematischem Raum Naturbezug, Dorfgeschichte und Zeugnisse weit zurückliegender Besiedlung.
Weitere Orte für Ihre Recherche sind Řitonice, Sovínky, Mukařov U Jiviny, Bradlec, Rabakov, Čachovice und Loukovec.
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