Hřebečná entdecken

Hřebečná lässt sich über eine außergewöhnlich dichte Bergbaugeschichte entdecken. Stollen, Tagebaurelikte, eine durch Bergbau entstandene Geländemulde und ein historisches Wassersystem machen sichtbar, wie eng die Entwicklung des Ortes mit dem Zinn verbunden ist. Für Sie entsteht daraus eine Reise zwischen unterirdischer Führung, sichtbaren Landschaftsspuren und kulturhistorischen Besonderheiten.

Vier Jahrhunderte Zinnbergbau

Das Bergbaurevier Hřebečná dokumentiert 400 Jahre Zinnbergbau vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Die Bergbaulandschaft von Hřebečná bewahrt charakteristische Relikte des Tagebaus und des untertägigen Zinnabbaus. Eine zentrale Rolle spielt das Bergwerk Důl Mauritius: Es war das größte Zinnbergwerk im tschechischen Teil des Erzgebirges und wurde 2014 zum nationalen Kulturdenkmal der Tschechischen Republik erklärt. Zinn aus Hřebečná wurde über die Märkte in Nürnberg in nahezu ganz Europa ausgeführt.

Unter Tage im Stollen Kryštof

Bei der Führung durch den Stollen Kryštof steigen Sie 12 Höhenmeter in den Stollen hinab. Die Führung dauert etwa eine Stunde und führt über eine 400 Meter lange Strecke. Für die Führung werden den Besuchern Helme, Lampen, Stiefel und Mäntel ausgeliehen. Damit erhalten Sie konkrete Einblicke in eine unterirdische Arbeitswelt, ohne dass die historischen Spuren auf reine Ausstellungsstücke beschränkt bleiben.

Schneppova pinka: Bergbau als Landschaftsform

Die Schneppova pinka ist eine etwa 80 Meter lange, bis zu 20 Meter breite und bis zu 20 Meter tiefe Geländemulde. Sie entstand durch Tagebau und untertägige Bergbauarbeiten sowie den anschließenden Einsturz von Grubenbauen bereits vor 1730. In der oberen Schneppova pinka lassen sich der Verlauf einer Greisenader und ein Teil des alten Tagstrecke-Stollens nachvollziehen, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegt wurde. Hier wird die Bergbaugeschichte nicht nur unter der Erde, sondern auch an der Form des Geländes sichtbar.

Wasserbau und vulkanische Gesteine

Das Bergbau-Wassersystem von Hřebečná wurde ab dem 16. Jahrhundert auf einer Fläche von 3,5 km² angelegt. Es umfasst Zu- und Entwässerungsgräben mit einer Gesamtlänge von mehr als 10 km. Einen geologischen Kontrast bildet der Basaltbruch zwischen Ryžovna und Hřebečná. Dort legt der Abbau eine säulenförmige Klüftung vulkanischer Gesteine frei, die beim Abkühlen eines Lavastroms entstand.

Historische Spuren des Zinnbergbaus

Zum historischen Bild gehört auch der Stollen Bílá holubice (Weiße Taube). Er ist einer der ältesten Stollen der Zinnlagerstätte Zadní Hřebečná und wurde wahrscheinlich zu Beginn der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorgetrieben. Die Bergbaugeschichte reicht damit von der etwa einstündigen Führung über 400 Meter bis zu einem Stollen, der wahrscheinlich zu Beginn der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorgetrieben wurde. Die beschriebenen Orte eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Region: Der Stollen Kryštof steht für die Führung unter Tage, Schneppova pinka und das Wassersystem zeigen die sichtbaren Folgen des Bergbaus, während Důl Mauritius und die älteren Stollen die historische Entwicklung des Zinnreviers veranschaulichen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Abertham.

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